News
16.12.2019

SmartQuart: Erstes Reallabor bewilligt

Stadtansicht - Symbolbild für in sich vernetzte Stadtquartiere
Bild: ©paisan1leo - stock.adobe.com

Das erste Reallabor der Energiewende soll an drei Standorten mit Kohle-Vergangenheit zeigen, wie ein emissionsfreies Energiesystem aussieht. Bundeswirtschaftsminister Altmaier lobt „großformatige Innovationsprojekte.“

Das erste „Reallabor der Energiewende“ hat heute von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier seine Bewilligung überreicht bekommen. Damit läutet „SmartQuart“ eine Reihe von Forschungsvorhaben ein, mit denen das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie den Transfer von Innovationen in die Praxis beschleunigt.
„Unsere Reallabore sind großformatige Innovationsprojekte mit denen gleichzeitig ein industriepolitischer Anspruch verbunden ist. Technologien werden entwickelt und erprobt, die wir für unsere ambitionierten energie- und klimapolitischen Ziele brauchen“, sagte Altmaier im Vorfeld.

Smarte Quartiere unterstützen Strukturwandel

Das Reallabor SmartQuart verbindet zentrale Akteure eines Quartiers vom Bewohner bis hin zum Energieversorger und lokalen Technologieanbieter. So soll eine dezentrale, nachhaltige und wirtschaftliche Energieversorgung im Quartier und zwischen Quartieren umgesetzt werden. Essen und Bedburg in Nordrhein-Westfalen sowie Kaisersesch in Rheinland-Pfalz sind die Standorte dieses Reallabors.
Die Stadtquartiere werden jeweils in sich und auch miteinander vernetzt, damit die vorhandenen Energieinfrastrukturen effizient genutzt werden können. SmartQuart repräsentiert dabei typische Stadtquartiere in einem eng verdichteten ländlichen sowie städtischen Raum. Deshalb sind die Konzepte auf andere Quartiere übertragbar.
Smart-Grid-Lösungen koppeln hier Wärme, Kälte, „grünen“ Strom, Wasserstoff und den Bereich Mobilität intelligent miteinander. Ziel ist, in den Modellregionen eine klimaneutrale Energieversorgung zu erreichen. Das Projekt steht beispielhaft dafür, was die Reallabore der Energiewende erreichen sollen – zumal es sich um durch den Kohleausstieg vom Strukturwandel betroffene Regionen handelt, die sich auch in einem gesellschaftlichen Transformationsprozess befinden.

Reallabore bereiten Marktreife vor

Im Juli 2019 hatte Bundeswirtschaftsminister Altmaier die 20 Gewinner im Ideenwettbewerb „Reallabore der Energiewende“ verkündet. Die Umsetzung der Energiewende in Deutschland erfordert den tiefgreifenden Umbau des Energiesystems unter Einbeziehung aller Erzeugungs- und Verbrauchssektoren. Während die Dekarbonisierung im Stromsektor deutliche Erfolge zu verzeichnen hat, besteht erheblicher Handlungsbedarf im Wärmemarkt, im Verkehr und bei vielen industriellen Anwendungen und Prozessen.
Unternehmen und Wissenschaft arbeiten, gefördert durch das Energieforschungsprogramm, an vielen Lösungen, die möglichst schnell den Weg in den Markt finden müssen. Hier setzen Reallabore der Energiewende an, die einen Beitrag zur Überbrückung der schwierigen Phase zwischen Technologieentwicklung und Marktdurchdringung leisten sollen und damit eine neue Fördersäule im 7.Energieforschungsprogramm bilden.


Mehr Informationen