© Stiftung Jugend forscht e. V.
Jugend-forscht-Sonderpreis „Energie“
17-Jähriger gewinnt BMWE-Preis für innovative Windkraftanlage fürs Eigenheim
Zum 61. Mal wurden Ende Mai die besten Jungforscherinnen und -forscher Deutschlands im Rahmen des „Jugend forscht“-Wettbewerbs ausgezeichnet. Darunter auch der mit 1.500 Euro dotierte Sonderpreis „Energie“, gestiftet durch Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie. Gewonnen hat den Preis der 17-jährige Ben Waldmann aus Thüringen.
Im Rahmen der Siegerehrung des Bundeswettbewerbs richtete Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, motivierende Worte an die Preisträgerinnen und Preisträger: „Hier ist die Stimmung Optimismus, zukunftsgetrieben, nicht-locker-lassen. Und wenn das die Zukunft dieses Landes ist, dann ist mir um Deutschland nicht bange. Wir wissen, was wir an euch haben, an dieser Generation.“
Auf die Idee für sein Projekt ist Sonderpreisträger Ben Waldmann durch eigene Beobachtungen in seiner Heimat gestoßen: „Ich komme aus einem kleinen Dorf im Vogtland mit einer Hang- und Waldlage. Diese geografischen Gegebenheiten bringen Probleme bei herkömmlichen, autarken Energieformen wie Photovoltaik-Anlagen mit sich. Eine Alternative bieten Kleinwindkraftanlagen, die man sich beispielsweise auf das Dach schrauben kann.“ Qualitativ hochwertige Anlagen hätten jedoch hohe Anschaffungskosten. Das brachte den Jugendlichen auf die Idee, einen Prozess für Kleinwindkraftanlagen für Privatgebäude zu entwickeln.
Das Ergebnis: SORS – „Segmented Optimized Rotor Simulation“. Die Grundidee dahinter: Ein Rotorblatt wird nicht als einziges Bauteil betrachtet, sondern in mehrere Segmente unterteilt, die für sich analysiert und optimiert werden. „Dafür habe ich eine eigene Simulationssoftware in Python entwickelt, die auf aerodynamischen Berechnungen basiert“, schildert der 17-Jährige.
Personalisierte, optimierte Windkraftanlagen für das eigene Zuhause
Das System berücksichtigt Windverteilungen, Standortbedingungen, Fertigungsmöglichkeiten und Nutzeranforderungen und erzeugt daraus optimierte Rotorentwürfe, um so die Energieausbeute zu maximieren und gleichzeitig Lärm und Fertigungsaufwand zu reduzieren. Auf diese Weise könne jeder seine personalisierte Windkraftanlage einfach berechnen und auf persönliche Gegebenheiten hin optimieren. Auch an industrielle Massenproduktion hat der Schüler bereits gedacht, denn: „Die Prototypen sind im 3D-Drucker immer direkt druckbar oder mit anderen Materialien nachbaubar.“
Mitgemacht bei „Jugend forscht“ hat der Jungforscher, weil er seine Ergebnisse mit anderen teilen und von Fachleuten bewerten lassen wollte. Zudem bekam er dadurch die Möglichkeit, seine Idee zu einem funktionierenden Prototypen umzusetzen. „Über die Auszeichnung freue ich mich sehr, weil sie zeigt, dass die investierte Arbeit und die entwickelten Lösungen auch von einer Fachjury als innovativ und relevant angesehen werden“, so Waldmann.
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Das BMWE unterstützt „Jugend forscht“ innerhalb des Förderschwerpunkts „Energiewende und Gesellschaft“
„Jugend forscht“ ist der bekannteste deutsche Nachwuchs-Wettbewerb im Bereich Wissenschaft und Technik. Jedes Jahr gibt es bundesweit mehr als 120 Wettbewerbe. Das BMWE fördert „Jugend forscht“ im Förderschwerpunkt „Energiewende und Gesellschaft“ innerhalb des 8. Energieforschungsprogramms des Ministeriums. Seit 2007 zeichnet das BMWE zudem junge Menschen mit einem Sonderpreis im Rahmen von „Jugend forscht“ aus, die sich mit ihrer Forschung in herausragender Weise mit der Modernisierung des Energiesystems auseinandersetzen.
2025 ging der Sonderpreis „Energiewende und Klimaschutz“ des BMWE an die damals 16-jährige Clara Hoppach für ihr innovatives Solar-E-Bike. (uj)