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Fünf Projekte starten in die DESIGN-Phase des Schwimmbad-Wettbewerbs. © zphoto83 – stock.adobe.com
Fünf Projekte starten in die DESIGN-Phase des Schwimmbad-Wettbewerbs.

UrbanWave
Schwimmbäder starten in den Wettbewerb

18.06.2026 | Aktualisiert am: 18.06.2026

Der Innovationswettbewerb „UrbanWave – Stadtbad der Zukunft“ geht in die erste Runde: Fünf Projekte haben sich im Bewerbungsverfahren durchgesetzt und starten im Juni in die DESIGN-Phase. Innerhalb eines Jahres entwickeln die Teams innovative Konzepte, um ihr kommunales Hallenbad energetisch zu modernisieren.

Innovative Ansätze für die energetische Modernisierung kommunaler Bestandsbäder entwickeln und in die Praxis umsetzen – das ist das Ziel des Innovationswettbewerbs „UrbanWave – Stadtbad der Zukunft“, der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert wird. Die fünf ausgewählten Projekte stehen dabei im Wettbewerb zueinander, denn nur die besten Konzepte werden später auch umgesetzt. Um besonders zukunftsorientierte, effiziente und wirtschaftliche Konzepte zu erarbeiten, haben sich Teams aus kommunalen Trägern, Forschungseinrichtungen und Umsetzungspartnern zusammengetan. Sie starten nun mit den konzeptionellen Arbeiten in den Wettbewerb.

KliMoPlanElbe

Im Projekt soll eine klimafreundliche Modernisierungsplanung für Hamburger Schwimmbäder am Pilotstandort Elbgaustraße entwickelt werden. Das 1975 eröffnete Schwimmbad ist energetisch veraltet, verursacht hohe Betriebskosten und weist nach über 50 Jahren Badebetrieb altersbedingte und bauliche Schäden auf.

In der DESIGN-Phase soll ein Konzept entstehen, das eine weitreichende energetische Sanierung umfasst. Dazu gehört der Austausch der bestehenden Gaskesselanlagen gegen eine Luft-Wärmepumpe in Kombination mit PV-Anlagen und Pufferspeicher. Wesentliche Einsparpotenziale sieht das Team von KliMoPlanElbe zudem durch die energetische Sanierung der Gebäudehülle sowie die umfassende Optimierung der Lüftungsanlagen. Für die nachhaltige Energieversorgung werden zwei Varianten geprüft: Eine dezentrale Selbstversorgung und der Aufbau eines Nahwärmenetzes mit dem Schwimmbad als Ankerkunden. Das Konzept soll auf weitere Hallenbäder vor allem in Hamburg übertragbar sein und als Blaupause dienen.

TEMP-AKTIV

Ziel des Projekts ist es, ein übertragbares, integriertes Energie- und Betriebskonzept für das Hallenbad Marktoberdorf zu entwickeln. Im Fokus steht die ganzheitliche Optimierung von Wärmeerzeugung, Stromnutzung, Speicherintegration und Betriebsführung unter realen Nutzungsbedingungen. Die Forschenden wollen Temperaturniveaus differenziert betrachten, um Effizienzpotenziale insbesondere für Wärmepumpen und erneuerbare Energien zu erschließen. Zudem soll das Schwimmbecken als thermischer Speicher in ein gekoppeltes Energiesystem integriert werden. Auch die Badegäste werden über Feldexperimente im Realbetrieb direkt mit einbezogen. Mittels Feedbackterminals soll dabei in Echtzeit erforscht werden, wie sich die Luft- und Wassertemperatur auf die Zufriedenheit der Badegäste auswirkt. Die subjektive Komfortwahrnehmungen soll mit objektiven Energie- und Betriebsdaten verknüpft werden, um energetische Entwicklungspotenziale mit Nutzerbedürfnissen zu vereinbaren. Die Ergebnisse fließen in ein praxistaugliches Konzept ein und liefern im Kontext der geplanten Generalsanierung eine übertragbare Grundlage für die energieeffiziente Transformation weiterer kommunaler Hallenbäder.

NetZeroWave

Im Projekt soll ein integriertes, umsetzungsnahes und übertragbares Modernisierungskonzept für ein kommunales Bestandsbad entwickelt werden. Am Beispiel das Hallenbads Magdeburg-Olvenstedt wollen die Forschenden Effizienzmaßnahmen, regenerative Energieversorgung, Sektorkopplung, energetisch relevante Wasser-Energie-Ansätze und digitale Betriebsoptimierung systemisch verknüpfen. So soll ein Gesamtkonzept entstehen, das über konventionelle Sanierungsansätze hinausgeht. Dabei werden technische, energetische, bauliche und nutzungsbezogene Anforderungen gleichermaßen berücksichtigt, um klimaneutrale, resiliente und nutzerfreundliche Lösungen mit funktionaler und architektonischer Qualität zu entwickeln. Ziel ist eine belastbare Entscheidungsgrundlage für eine mögliche Umsetzung in Magdeburg-Olvenstedt sowie ein übertragbarer modularer Lösungsansatz für weitere kommunale Hallenbäder.

OSH

Das Projekt adressiert die hohen Energieverbräuche kommunaler Hallenbäder am Beispiel des Bestandsbads in Oberschleißheim (OSH). Aufbauend auf einer detaillierten datenbasierten Analyse sollen die wesentlichen Energieverbraucher identifiziert und innovative, systemisch integrierte Lösungsansätze entwickelt werden. Im Fokus stehen dabei die Kombination aus optimierter Gebäudehülle, neuen Lüftungskonzepten, Abwärmenutzung sowie dem Einsatz von Wärmepumpen und Speichersystemen. Ziel ist es, durch eine ganzheitliche Betrachtung der technischen Systeme einen deutlich reduzierten Energiebedarf zu erreichen. Die entwickelten Maßnahmen werden ökologisch und ökonomisch bewertet und architektonisch in ein umsetzbares Gesamtkonzept überführt. Das Projekt soll sowohl einen Beitrag zum zukunftsfähigen Betrieb des Bades in Oberschleißheim, als auch zur nachhaltigen Transformation anderer energieintensiver Bestandsbäder leisten.

HOF

Im Rahmen des Projektes wird ein Energiekonzept für das Hallenfreibad Bochum Hofstede erstellt. Geplant sind die energetische Sanierung der Gebäudehülle, die Erneuerung der Lüftung und Optimierung der Luftverteilung, sowie die Erneuerung der Heizungstechnik. Die Forschenden wollen unter anderem untersuchen, ob es sinnvoller ist, die Wärmepumpensysteme (Abwasser- und Luft-Wasser-WP) getrennt voneinander zu bauen und für jede Wärmequelle eine eigene Wärmepumpe vorzusehen oder ob eine zentrale Sole/Wasser-Wärmepumpe mit vorgelagertem Multi-Quellen-Solekreis geeigneter ist. Ebenso wird untersucht, welches Optimierungspotential sich durch eine intelligente Anlagensteuerung ergibt, die die Heizungs- und Lüftungsanlagen sowohl eigenverbrauchsoptimiert, als auch preisoptimiert betreibt. Dabei wird auch das Beckenwasser als thermische Speichermasse mit einbezogen.

Wie geht es weiter?

Mehr zum Ablauf des Wettbewerbs UrbanWave, Neuigkeiten sowie regelmäßig aktualisierte Informationen zu Juryentscheidungen sowie dem Ranking der Projekte untereinander finden Sie hier.