Energiewende und Gesellschaft
Kosteneffizienz, Versorgungssicherheit, Technologieoffenheit sowie nachhaltige und bezahlbare Energie bei gleichzeitiger sozialer Tragfähigkeit und gesellschaftlicher Akzeptanz sind die zentralen Herausforderungen auf dem Weg zur Modernisierung des Energiesystems. Im Förderbereich „Energiewende und Gesellschaft“ werden Forschungsprojekte gefördert, die dafür eine wichtige Ergänzung zu rein technologischer Forschung und Innovation bilden.
Neujustierung „Energiewende und Gesellschaft“ in 2026
Bislang hat sich die inter- und transdisziplinäre Gesellschaftsforschung im 8. Energieforschungsprogramm stark darauf konzentriert, die gesellschaftliche Transformation im Energiekontext zu verstehen und aktiv zu gestalten. Um die gesellschaftsbezogenen Herausforderungen im Energiebereich und die Ziele der Hightech Agenda Deutschland noch stärker zu adressieren, liegt der übergreifende Fokus durch die thematische Neujustierung künftig vor allem auf der Forschung und Entwicklung zu Fragen von Akzeptanz und der Kommunikation mit faktenbasierten Narrativen. Zudem wird die praxisnahe Umsetzung von Projektergebnissen zu einem zentralen Bewertungskriterium. Dafür sollen Praxisakteure, insbesondere Kommunen und Unternehmen, stärker eingebunden werden – direkt in die Konsortien.
Zukünftige Forschungsprojekte in der gesellschaftsbezogenen Energieforschung sollen komplexe energiewirtschaftliche, technologische und auch sozio-technische Fragestellungen identifizieren, beantworten und praktisch anwendbar machen.
Zielgruppen, Themenschwerpunkte und Projektpartner
Für die Stärkung der praxisnahen Verwertung von Forschungsergebnissen im Förderschwerpunkt Energiewende und Gesellschaft ist die direkte Einbindung zentraler Akteure aus dem Energiesystem zukünftig ein wichtiges Element in der Zusammenstellung und dem Design der Forschungsverbünde. Dabei stehen folgende Akteure im Fokus:
- Kommunen und kommunale Unternehmen sowie Stadtwerke mit einer Schlüsselrolle in der lokalen Umsetzung,
- Industrie, Mittelstand und Handwerk als wichtige Marktteilnehmer, Multiplikatoren und Treiber für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit,
- Energieversorger und Netzbetreiber, die für die technische und infrastrukturelle Umsetzung verantwortlich sind,
- Wohnungswirtschaft, die maßgeblich zur Transformation des Gebäudesektors beiträgt,
- Branchen- und Wirtschaftsverbände wie z. B. der BDI, die als weitreichende Transferpartner und verbandsübergreifender Wissensträger handeln,
- sowie die breite Öffentlichkeit bzw. Bevölkerung, deren Akzeptanz und Verhalten für das Gelingen der Transformation entscheidend sind.
Die neuen Themenschwerpunkte mit dem übergreifenden Fokus auf Akzeptanz und Kommunikation mit faktenbasierten Narrativen adressieren aktuelle Herausforderungen und sind in der Orientierungshilfe zur Neujustierung 2026 konkretisiert:
- Kosten, Preise und soziale Tragfähigkeit
- Infrastruktur, Umsetzung und regionale Wertschöpfung
- Industrie, Wettbewerbsfähigkeit und Transformation
- Versorgungssicherheit, Resilienz und Krisenfähigkeit
- Digitalisierung, Daten und intelligente Steuerung
- Technologieoffenheit und Innovationsakzeptanz
Für die anwendungsnahe Forschung und den beschleunigten Transfer in die Praxis entlang der o. g. Themenlinien und Zielgruppen sollen zentrale Praxisakteure, wie z. B. Kommunen und Unternehmen vorzugsweise als direkte Projektpartner (Zuwendungsempfänger) eingebunden werden. Diese Partner werden somit verbindlicher Teil der Projektstruktur, übernehmen definierte Aufgaben und ermöglichen eine zeitnahe Umsetzung von Erkenntnissen, Narrativen und Pilotanwendungen im Energiesystem. Darüber hinaus ist die zusätzliche Einbindung von Multiplikatoren und Experten aus der Praxis als assoziierte Partner ein wichtiges Element für die Breitenwirksamkeit und Skalierbarkeit der Forschungsergebnisse.
Weitere Details finden Sie in der Orientierungshilfe.