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Die Gasaufbereitungsanlage des DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg im Energiepark Bad Lauchstädt wurde in Betrieb genommen. © Tom Schulze
Die Gasaufbereitungsanlage des DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg im Energiepark Bad Lauchstädt wurde in Betrieb genommen.

Reallabor Energiepark Bad Lauchstädt
Etappenziel geschafft: Gasreinigungsanlage geht in Betrieb

10.07.2026 | Aktualisiert am: 10.07.2026

Das Reallabor der Energiewende Energiepark Bad Lauchstädt hat einen Meilenstein erreicht: Die Gasreinigungsanlage hat die sicherheitsrelevante Dichtheitsprüfung bestanden. Damit ist die Anlage für den schrittweisen Hochlauf bereit und übernimmt nun ihre Aufgabe im Energiepark.

Die wasserstoffführenden Anlagenteile haben der Wasserstoff-Dichtheitsprüfung unter Begleitung des TÜV Thüringen standgehalten. Zudem prüfte das Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt erfolgreich weitere sicherheitsrelevante Aspekte.

Ein Mitarbeiter prüft die Dichtheit mittels Gasspürgerät an der Anlage. © DBI Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg
Ein Mitarbeiter prüft die Dichtheit mittels Gasspürgerät an der Anlage.

Im Energiepark verbindet die Gasreinigungsanlage die einzelnen Prozessschritte miteinander. Sie sorgt dafür, dass der grüne Wasserstoff vom Elektrolyseur weitertransportiert und industriell genutzt werden kann. Perspektivisch soll sie auch Wasserstoffspeicher einbinden. Der Wasserstoff stammt aus einem 30-Megawatt-Elektrolyseur, der mit Strom aus dem benachbarten Windpark betrieben wird. Über eine rund 25 Kilometer lange Pipeline gelangt er zum Abnehmer des Wasserstoffs, der Öl-Raffinerie von Total Energies in Leuna.

Wasserstoff für industrielle Anwendungen aufbereiten

Im Vorhaben spielt die Gasreinigungsanlage eine wichtige Rolle: Viele industrielle Anwendungen benötigen Wasserstoff von hoher Qualität. Bereits geringe Mengen an Wasser, Schwefelverbindungen oder Kohlenwasserstoffen, die während des Transports oder beim Kontakt mit technischen Anlagen in den Wasserstoff gelangen können, würden diese Qualität beeinträchtigen. Die Gasreinigungsanlage entfernt solche Verunreinigungen und überwacht kontinuierlich die Wasserstoffgüte.

Dafür kombiniert die Anlage mehrere Verfahren. Besonders energieeffizient ist das Trocknungsverfahren: Das eingesetzte Trocknungsmittel wird nicht wie üblich bei hohen Temperaturen aufgefrischt, sondern mithilfe einer Membrantechnologie bei deutlich niedrigeren. Das senkt den Energiebedarf, schont das Trocknungsmittel und vermeidet zusätzliche Emissionen. Nach der Aufbereitung erreicht der Wasserstoff die höchste Qualitätsstufe mit einem Reinheitsgrad von 99,97 Prozent.

Erkenntnisse für den Wasserstoffhochlauf

Prof. Dr. Hartmut Krause, Geschäftsführer Ressort Wissenschaft & Bildung DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg und Sprecher des Energiepark Bad Lauchstädt und Udo Lubenau, Fachgebietsleiter Gaschemie/Gasaufbereitung DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg in der Gasaufbereitungsanlage. © Tom Schulze
Prof. Dr. Hartmut Krause, Geschäftsführer Ressort Wissenschaft & Bildung DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg und Sprecher des Energiepark Bad Lauchstädt und Udo Lubenau, Fachgebietsleiter Gaschemie/Gasaufbereitung DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg in der Gasaufbereitungsanlage.

Die Inbetriebnahme erfolgt schrittweise. Vor der erfolgreichen Dichtheitsprüfung mit Wasserstoff testen die Forschenden die Anlage zunächst mit Stickstoff. Dabei prüften sie die Anlage unter sicheren Bedingungen bevor erstmals Wasserstoff hineinströmte. Da es noch etwas dauert bis der Elektrolyseur Wasserstoff liefert, nutzen die Forschenden nun zunächst weiter Stickstoff, um die programmierte Prozesssteuerung zu testen. 

Wenn alle Systeme einwandfrei funktionieren und der Elektrolyseur kontinuierlich Wasserstoff herstellt, beginnt der Betrieb mit Wasserstoff. Die erste Wasserstoffproduktion im Energiepark wird noch in diesem Jahr erwartet.

Der Energiepark Bad Lauchstädt bildet als Reallabor die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung über den Transport und die Aufbereitung bis zur Nutzung von grünem Wasserstoff ab. Die Projektpartner wollen dabei technische Lösungen unter realen Bedingungen erproben und viel für den künftigen Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft lernen. (kkl)

Dossier Energieforschung und Innovation

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