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Berliner Energietage
Mit „EnArgus-Augen“ auf die Energieforschung blicken: So bleibt das Informationssystem innovativ
EnArgus ist das zentrale Informationssystem der Energieforschungsförderung. Derzeit wird die Plattform umfassend überarbeitet. Bei den Berliner Energietagen wurden die geplanten Neuerungen vorgestellt.
EnArgus ist seit mehr als zehn Jahren das zentrale Informationssystem zur Energieforschung der Energieforschung. Die Plattform liefert eine tagesaktuelle Datenbank zu Forschungsvorhaben und ein Wiki zu zentralen Themen und Begriffen. Neue Themen und Schwerpunkte in der Energieforschung sowie technische Fortschritte führen dazu, dass das Informationssystem stetig weiterentwickelt werden muss. Das vom BMWE geförderte Forschungsprojekt EnArgus 3.0 unterstützt diese Weiterentwicklung als interdisziplinäres Verbundvorhaben aus Fachleuten aus den Bereichen Energieforschung, Informatik, Linguistik und Medienwissenschaften.
Bei den Berliner Energietagen 2026 gaben der Projektträger Jülich und das Projektteam unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI gemeinsam mit Forschenden der TU Ilmenau und der TU Darmstadt Einblicke in das System und jüngste Anpassungen.
In EnArgus 3.0 überarbeiten die Forschenden die Plattform bis Frühjahr 2027 grundlegend. Im Fokus steht dabei weiterhin, dass die Plattform aktuelle, präzise und einfach zu findende, tagesaktuelle Informationen zu den durch die Bundesregierung geförderten Energieforschungsprojekten bereitstellt. Darüber hinaus will das Projektteam die Plattform technisch weiterentwickeln und bestehende Themen um neue Begriffe, Konzepte und Technologien zur Energieforschung erweitern.
Intelligente Suche erleichtert Recherche in EnArgus
Zielgruppe von EnArgus sind dabei nicht nur Energieforschende, sondern auch Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger und die öffentliche Hand. So wird EnArgus auf unterschiedliche Weise genutzt: Unternehmen nutzen die Plattform, um nach möglichen Kooperationspartnern zu recherchieren, Forschende verschaffen sich einen Überblick über aktuelle Forschungsinhalte und die Öffentlichkeit findet transparente Informationen zur Verwendung von Fördermitteln und verständliche Erklärungen zu Begriffen der Energieforschung.
Entwicklungspotenzial sehen die Fachexperten vor allem in der Einbindung künstlicher Intelligenz zur Unterstützung der Suche, in Anpassungen an veränderte Forschungsinhalte und aktuelle Nutzungsgewohnheiten.
Deshalb ist unter anderem eine treffsichere und intelligentere Suche geplant. Dafür wird das Wiki wie bisher in eine maschinenlesbare Form, sprich in eine Ontologie, überführt. Darüber hinaus soll die Suchfunktion in EnArgus 3.0 durch eine vektorbasierte Suchstrategie erweitert werden. Auf diese Weise können Begriffe gleichzeitig über logische Aussagen miteinander verbunden und die Vorteile moderner, KI-gestützter Suchsysteme genutzt werden. Ein Beispiel: Wer nach relevanten Dokumenten zu Windkraftanlagen sucht, wird weiterhin auch Dokumente ausgespielt bekommen, die den Begriff „Rotoren“ enthalten, aber auch eng damit verknüpfte Inhalte.
2.300 neue Artikel im Wiki und ein KI-Chatbot
Auch das Wiki selbst wird um rund 2.300 neue Artikel ergänzt. Forschende des Projektteams recherchieren, verfassen und prüfen die Inhalte. Die Artikel bieten einen einheitlichen Einstieg in die Begrifflichkeiten der Energieforschung und enthalten darüber hinaus Hinweise zu weiterführender Literatur.
Ein KI-gestützter Chatbot erweitert das Angebot und soll unter anderem inhaltliche Fragen beantworten können wie: Was sind die Vorteile von Wasserstoff als Energieträger? Wie ist ein Windrad aufgebaut? Um die Datensouveränität zu bewahren, wird dafür auf lokal bei PtJ betriebene KI-Modelle gesetzt. Neu ist auch, dass Inhalte künftig in Einfache Sprache übersetzt werden können. Weiterhin ist die gesamte Webseite neben Deutsch in Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch und Portugiesisch verfügbar.
Wichtig ist dem Projektteam auch, Nutzende in die Weiterentwicklung einzubeziehen. Dafür sammelten die Forschenden Feedback auch direkt vor Ort bei den Berliner Energietagen. Interessierte konnten die Beta-Version von EnArgus 3.0 an einem Stand im Foyer testen. (uj)