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Luftbildaufnahme der GFZ-Geothermieforschungsplattform Groß Schönebeck in der brandenburgischen Schorfheide. © Sven Peter / GFZ
Luftbildaufnahme der GFZ-Geothermieforschungsplattform Groß Schönebeck in der brandenburgischen Schorfheide.

Geothermie
25 Jahre Geothermie-Forschung in Groß Schönebeck

06.08.2026 | Aktualisiert am: 06.08.2026

Die Geothermie-Forschungsplattform Groß Schönebeck hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem international bedeutenden Standort für Forschung zur Tiefengeothermie entwickelt. In den zurückliegenden 25 Jahren wurden vor Ort unter anderem viele Projekte realisiert, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Energieforschungsprogramm gefördert hat.

2001 startete der Ausbau der etwa 50 Kilometer nordöstlich von Berlin gelegenen Geothermie-Forschungsplattform Groß Schönebeck. Die Forschungseinrichtung befindet sich am südlichen Rand des sogenannten Norddeutschen Beckens, einer Region in Deutschland, die ein signifikantes hydrothermales Potenzial aufweist. Seither forschen am Standort Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entlang der gesamten geothermischen Prozesskette: von der Erkundung geeigneter Reservoire, über deren Erschließung mittels geeigneter Bohrtechnik bis hin zu Thermalwasserkreisläufen – stets mit dem Ziel, die Energie aus der Tiefe effizient für die Bereitstellung von Wärme und Strom nutzen zu können. Das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung betreibt die Plattform.

Geothermie-Forschung in Groß Schönebeck

Am Forschungsstandort Groß Schönebeck wurden in den vergangenen 25 Jahren verschiedene Forschungsprojekte durchgeführt, die im Rahmen des Energieforschungsprogramms der Bundesregierung gefördert wurden. Zu diesen Projekten gehören unter anderem:

  • PerformII: Verbesserung der Leistung geothermischer Systeme durch Entwicklung von Filtertechnologien
  • PERFORM: Improving Geothermal System Performance through Collective Knowledge Building and Technology Development
  • RISSDom-A: Rissdominierte Erschließung eines tiefen geothermischen Reservoirs zur Stromerzeugung im Norddeutschen Becken – seismische Erkundung, Konzeption und bohrtechnische Planung am Standort Groß Schönebeck
  • Machbarkeit geothermischer Stromerzeugung aus tiefen hydrothermalen Speichern – Bohrtechnischer Ausbau des in situ Geothermielabors Groß Schönebeck und Errichtung eines Thermalwasserkreislaufes für ein Geothermisches Kraftwerk

Herzstück der Forschungsplattform sind zwei Bohrungen, die zwischen 3,9 und 4,4 Kilometer tiefe Reservoire mit Temperaturen von rund 150 Grad Celsius erschließen. Die in dieser Tiefe bestehenden Sedimentbecken sind weltweit verbreitet. Sie setzen sich aus verschiedenen, übereinander lagernden Gesteinsschichten zusammen, in denen heiße Tiefenwässer vorzufinden sind.

Festveranstaltung zu 25 Jahren Geothermie-Forschung

Ende Juni fand in Groß Schönebeck eine Festveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen des Geothermie-Forschungsstandorts statt. Bei der Veranstaltung haben Forschende des GFZ und Gäste auf die wissenschaftlichen und technologischen Erfolge am Standort zurückgeblickt. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Industrie und Politik sowie mit der örtlichen Bevölkerung wurde zudem ein Blick auf aktuelle Projekte und die zukünftigen Entwicklungsperspektiven am Standort geworfen.

Alleinstellungsmerkmal und historische Entwicklung der Geothermie-Forschungsplattform

Das Geothermielabor dient mit seiner Arbeit und mit Blick auf den genutzten Lagerstättentyp als Vorbild, um geothermische Technologien für hydrothermale Speichergesteine zu entwickeln, die eine geringe Durchlässigkeit aufweisen.

Mit dem Ausbau einer ehemaligen Erdgasexplorationsbohrung entstand 2001 die Basis des heutigen Forschungsstandorts. Fünf Jahre später wurde eine zweite Bohrung niedergebracht und eine geothermische Dublette aus beiden Bohrungen eingerichtet. Seitdem haben Forschende zahlreiche Experimente durchgeführt, um die Bedingungen für den Zufluss zu optimieren und die Thermalwasserproduktion zu steigern. Bohrlochmessungen und 3D-Modellierungen ermöglichten zudem, ein detailliertes Bild des geologischen Untergrunds zu erstellen. 2011 ergänzten Materialuntersuchungen zu Korrosion und Scaling das Forschungsspektrum der Plattform, 2017 wurde eine 3D-Vibroseismik durchgeführt. (av)