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Diese Thermografie-Aufnahme zeigt einen Stadtteil in Berlin. © Vattenfall Wärme Berlin AG
Diese Thermografie-Aufnahme zeigt einen Stadtteil in Berlin.

Die Wärmewende braucht mehr als gute Pläne
Das Forschungsprojekt KOVER identifiziert Risiken, bevor sie die Umsetzung bremsen

12.08.2026 | Aktualisiert am: 12.08.2026

Mit der kommunalen Wärmeplanung legen Städte und Gemeinden fest, wie sie ihre Wärmeversorgung schrittweise klimaverträglich gestalten wollen. Seit Ende Juni 2026 müssen alle Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ihre Wärmepläne vorgelegt haben. Nun rückt die erfolgreiche Umsetzung der geplanten Maßnahmen in den Mittelpunkt. Genau hier setzt das Forschungsprojekt KOVER („Systematische Risikobewertung für die Umsetzung Kommunaler Wärmepläne mit Optimierungs- und verhaltensökonomischen Ansätzen“) an.

Das Forschungszentrum Jülich (FZJ), das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) in Kassel sowie das Unternehmen Greenventory in Freiburg/Breisgau entwickeln gemeinsam Methoden, mit denen sich Umsetzungsrisiken kommunaler Wärmepläne frühzeitig erkennen lassen. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass kommunale Planung, wirtschaftlich sinnvolle Lösungen und das tatsächliche Entscheidungsverhalten von Gebäudeeigentümern nicht immer übereinstimmen. Werden solche Unterschiede früh erkannt, können Kommunen gezielt gegensteuern und Fehlinvestitionen oder Verzögerungen vermeiden.

Analysen stützen sich auf Gebäude-, Zensus- und Strukturdaten sowie auf kommunale Wärmepläne in Nordrhein-Westfalen

Einfamilienhaus und Thermografie © Ingo Bartussek – stock.adobe.com
Einfamilienhaus und Thermografie

Dafür kombiniert das Forschungsteam verschiedene Modelle und Datenquellen. Das FZJ untersucht mit seinem Simulationsmodell HiSim, welche Maßnahmen für unterschiedliche Gebäudetypen wirtschaftlich sinnvoll sind. Parallel bildet das Fraunhofer IEE mit den beiden Tools UrbanTwin und AgentHomeID das Entscheidungsverhalten von Eigentümerinnen und Eigentümern ab. Auf Basis eines von Greenventory entwickelten digitalen Zwillings werden die Entscheidungsprozesse simulationsbasiert abgebildet und bewertet. Das Forschungsteam vergleicht anschließend die Ergebnisse mit Daten bestehender kommunaler Wärmepläne sowie mit Fallstudien von Praxispartnern. Bereiche, in denen die Resultate der beiden Modelle deutlich voneinander abweichen, weisen darauf hin, dass die kommunale Planung, wirtschaftlich sinnvolle Lösungen und das tatsächliche Verhalten der Eigentümer nur schwer zusammenpassen.

Auf dieser Grundlage entwickelt das Forschungsteam Risikoindizes für die Umsetzung, die Kommunen dabei unterstützen, Herausforderungen ihrer Wärmeplanung frühzeitig zu erkennen und gezielt zu bewerten. Die Ergebnisse für Nordrhein-Westfalen sollen über ein Webtool öffentlich zugänglich gemacht werden und Hinweise darauf geben, wo vertiefende Analysen oder zusätzliche Beteiligungsangebote sinnvoll sind.

Energiebedarf, Kosten, finanzielle Belastung der Haushalte und Erreichen der Klimaziele können Risiken sein

Neben der wissenschaftlichen Arbeit setzen die Projektpartner auf den engen Austausch mit Kommunen und Energieversorgern. Die Erkenntnisse fließen in einen Leitfaden mit Handlungsempfehlungen ein. Darüber hinaus sollen die entwickelten Risikoindizes weiter genutzt und von Greenventory in die Praxis übertragen werden. Das Unternehmen unterstützt Kommunen bereits heute mit softwaregestützter Energie- und Wärmeplanung.

Mit dem Zusammenspiel aus wissenschaftlicher Modellierung, Praxiserfahrungen und digitalen Werkzeugen leistet KOVER einen wichtigen Beitrag dazu, die Umsetzung kommunaler Wärmepläne verlässlicher und effizienter zu gestalten. So unterstützt das Projekt Kommunen dabei, die Wärmewende erfolgreich umzusetzen und ihre energiepolitischen Klimaziele zu erreichen. (kkl)

Dossier Energieforschung und Innovation

© tonefotografia – stock.adobe.com

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