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30.08.2022

Bundeswirtschaftsminister Habeck beim Norddeutschen Reallabor

Gruppenbild Werner Beba, Tobias Goldschmidt, Peter Tschentscher, Norbert Aust, Robert Habeck, Ines Jesse
© Daniel Reinhardt

Versorgung sichern, Industrie dekarbonisieren, Klima schützen: Wie diese gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Herausforderungen unter einen Hut gebracht werden können, haben die Partner des Norddeutschen Reallabors (NRL) mit politischen Entscheidungsträgern beim Konsortialtreffen in Hamburg diskutiert. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck betonte dabei die Vorreiterrolle des Vorhabens für Wasserstoffwirtschaft und Wärmewende.

Im Zentrum der Veranstaltung mit rund 300 Teilnehmenden in der Hamburger Handelskammer stand ein energiepolitischer Spitzendialog. Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck betonte: „Der Ausbau erneuerbarer Energien ist das Gebot der Stunde.“ Referenzprojekte wie das Norddeutsche Reallabor könnten dabei als Ausgangspunkt für regional angepasste Energiekonzepte in ganz Deutschland dienen.

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher hob die Chancen hervor, die durch das Projekt in der Elb-Metropole entstehen. „Hamburg hat das Ziel, zu einem führenden Wasserstoff-Standort in Europa zu werden.“ Das Norddeutsche Reallabor zeige auf diesem Weg, wie mit dem Einsatz von Wasserstoff große Schritte in der Energiewende möglich seien.

Dass Schleswig-Holstein die Energiewende mit dem Ausbau der Windenergie sowie im Wasserstoff-Bereich vorantreibt, erläuterte Energiewendeminister Tobias Goldschmidt. „Die aktuelle Energiekrise zeigt mehr als deutlich, dass eine bezahlbare und zukunftsfähige Energieversorgung nur mit erneuerbaren Energien sichergestellt werden kann. Das Norddeutsche Reallabor versorgt uns dabei auf direkte Weise mit wirtschaftlichen Impulsen und zentralen Erkenntnissen für den Markthochlauf von grünem Wasserstoff.“

Mecklenburg-Vorpommerns Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Ines Jesse verwies auf die wirtschaftlichen Potenziale. „Perspektivisch kann sich unser Bundesland zu einer Wasserstoff-Erzeugungs- und Verbrauchsregion entwickeln. Darüber hinaus soll eine Import-Infrastruktur für Wasserstoff aufgebaut werden.“

Im Rahmen von Impulsvorträgen gaben die Forschenden Einblicke in ihre Vorhaben in den Bereichen Industrie, Wärmeversorgung und Mobilität, die unter dem Dach des Norddeutschen Reallabors derzeit umgesetzt werden. So ging es unter anderem um den Einsatz von Wasserstoff und Abwärme am Beispiel des Kupferherstellers Aurubis, um klimaneutrale Chemieprodukte am Beispiel der H&R Ölwerke Schindler sowie um die Defossilisierung der Raffinerie Holborn mithilfe von grünem Wasserstoff aus einem geplanten Elektrolyseur der Hansewerk-Gruppe. Als saisonale Speicherlösung für Abwärme aus Industrie und Abfallentsorgung präsentierten die Hamburger Energiewerke ihren geplanten unterirdischen Aquiferspeicher. Die Notwendigkeit von integrierten Infrastrukturen für Strom, Wärme und Wasserstoff verdeutlichte Gasnetz Hamburg. Das Thema Wasserstoffmobilität im Verkehr wurde von dem Unternehmen hySOLUTIONS vorgestellt.

Die Projektpartner wollen erreichen, dass Ökostrom-Erzeugung, Wasserstoffproduktion und -anwendung sowie Nutzung und Speicherung von Abwärme gesamtsystemisch zusammenspielen. „Vor dem aktuellen energiepolitischen Hintergrund richten wir dabei ein besonderes Augenmerk auf deutschlandweite Skalierungspotenziale“, sagte NRL-Projektkoordinator Prof. Werner Beba. (kkl)

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