© EST, TU Darmstadt
Produktion von Wasserstoffderivaten
Weniger CO₂ durch Abfall: Wie Reststoffe in Strom und synthetische Energieträger umgewandelt werden
Abfall und Reststoffe werden in der Regel verbrannt. Dabei entstehen große Mengen an Kohlendioxid. Wie stattdessen daraus synthetische Energieträger und Strom gewonnen werden können, hat ein Wissenschaftsteam im Forschungsprojekt VERENA in einer Polygenerationsanlage untersucht.
Klärschlamm oder Holzreste als Grundstoff für synthetische Energieträger und Strom? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Industrieunternehmen und Forschung haben sich im Projekt VERENA (Vergasungsprozesse mit integrierter Überschussstromeinbindung zur flexiblen Stromerzeugung und Herstellung synthetischer Energieträger aus Reststoffen) mit vielen Fragen entlang der kompletten Wertschöpfungskette beschäftigt.
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Zirkuläre Kreislaufwirtschaft reduziert den Kohlendioxidausstoß
„Ziel des Forschungsprojekts war es, Reststoffe und Abfall, die nicht über den klassischen Recycling-Weg verwertet werden, stofflich zu nutzen und so den CO2-Ausstoß entscheidend zu reduzieren“, berichtet VERENA-Projektkoordinator Prof. Bernd Epple von der TU Darmstadt. Dazu hat das Forschungsteam die verschiedenen Reststoffe zunächst aufbereitet und in fünf verschiedenen Vergasungsprozessen in ein wasserstoffreiches Rohgas umgewandelt. Als Verfahren kamen Flugstromvergasung, Hochtemperatur-Winkler-Vergasung (HTW®), Chemical-Looping-Vergasung (CL), Festbett und COORVED-Vergasung zum Einsatz.
Nach dem entsprechenden Reinigungsprozess kann aus dem Rohgas Strom produziert oder es in den anderen Zeiten in synthetische Kraftstoffe wie Methan, Methanol oder synthetischen Diesel umgewandelt werden (Polygeneration). „In VERENA haben wir erfolgreich die gesamte Prozesskette von der Vergasung und Gasaufbereitung bis zur Synthese im Pilotmaßstab realisiert“, berichtet Bernd Epple. Zudem hat das Wissenschaftsteam das Polygenerations-Konzept technoökonomisch bewertet und eine Lebenszyklusanalyse durchgeführt.
Verfahrenskonzept hat weltweites Alleinstellungsmerkmal
Zur Einordnung: Kommerzielle Anlagen, die Kohle oder Reststoffe vergasen, existieren bereits, unter anderem in Japan, Südkorea, Nordamerika oder Nordeuropa. In den meisten Fällen wird das erzeugte Synthesegas jedoch ausschließlich energetisch zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Hierfür genügt eine geringe Gasqualität. „Eine Polygenerationsanlage, die aus festem Brennstoff ein hochwertiges Synthesegas produziert und aus diesem flexibel sowohl Strom als auch Kraftstoffe erzeugen kann, existiert bis heute nicht“, führt Bernd Epple das Alleinstellungsmerkmal des Forschungsprojekts aus. (it)