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Potenzial für Fernwärme: Wie industrielle Abwärme die Wärmewende voranbringen kann
Eine neue Studie des Norddeutschen Reallabors zeigt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit industrielle Abwärme stärker in Fernwärmenetze eingespeist werden kann. Fernwärme kann eine wichtige Rolle bei der Energiewende und der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung spielen.
Statt jedes Gebäude einzeln mit Öl oder Gas zu beheizen, versorgen Wärmenetze viele Haushalte und Unternehmen zentral mit Wärme. Dabei können neben erneuerbaren Energien auch industrielle Abwärmequellen zum Einsatz kommen und so den Anteil fossiler Energien schrittweise verringern.
Unterschiedliche Planungshorizonte bremsen den Ausbau
Herausfordernd für die Integration industrieller Abwärme in Fernwärmenetze sind die unterschiedlichen Zeiträume, mit denen Wärmenetzbetreiber und Industrieunternehmen planen. Während Netzbetreiber bei ihren Investitionen oft über mehrere Jahrzehnte rechnen, können Unternehmen meist nur für wenige Jahre planen. Deshalb schließen beide Seiten bislang nur selten langfristige Verträge miteinander.
„Infrastruktur und Wirtschaftlichkeit stehen hier in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis“, sagt Studienautor Robin Jaede vom Competence Center for Energy Transition (CC4E) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg. Wenn Betreiber neue Leitungen bauen und weitere Kunden anschließen, müssen sie darauf vertrauen können, dass Unternehmen die benötigte Abwärme auch langfristig liefern.
Verlässliche Rahmenbedingungen als Grundlage
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Die Studienautoren sehen deshalb vor allem die Notwendigkeit verlässlicher gesetzlicher Regelungen, damit Unternehmen und Netzbetreiber langfristig planen können. Förderprogramme könnten zudem helfen, dass Betreiber neue Leitungen bauen, bevor genügend Kunden angeschlossen sind. Technisch sei es meist kein großes Problem, industrielle Abwärme in Wärmenetze einzuspeisen. Unsichere Rahmenbedingungen könnten jedoch dazu führen, dass vorhandene Wärme ungenutzt bleibt.
Auch die Kunden spielen eine wichtige Rolle. Vor allem in Gebieten mit vielen Mehrfamilienhäusern entscheiden häufig die Eigentümer über eine neue Heizung, während die Mieterinnen und Mieter die Kosten tragen. Das kann beeinflussen, wie viele Haushalte sich an ein Wärmenetz anschließen.
Die Studie „Systeme auf dem Weg zur Integration – Industrielle Abwärmenutzung im Kontext der kommunalen Wärmeplanung“ haben Forschende des CC4E der HAW Hamburg im Rahmen des Norddeutschen Reallabors, einem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Reallabor der Energiewende, erstellt. Mehr als 50 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik arbeiten dort daran, das Energiesystem im Norden Deutschlands zu modernisieren und klimaverträglich zu machen. (kkl)