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Das im Projekt BrEEga entwickelte Brennersystem befindet sich in Betrieb. © GWI
Das im Projekt BrEEga entwickelte Brennersystem befindet sich in Betrieb.

Energiesparende Industrieverfahren
Industrietaugliches Brennersystem für Innovationspreis Neue Gase 2026 nominiert

13.10.2026 | Aktualisiert am: 13.10.2026

Das Forschungsprojekt BrEEga kann auf den Innovationspreis Neue Gase 2026 hoffen: Im Projekt entwickeln Fachleute ein innovatives Brennersystem. Dabei sollen Gase erneuerbaren Ursprungs und industrielle Prozessgase flexibel eingesetzt werden. Der Preis wird Ende November in Berlin durch die Bundesforschungsministerin verliehen.

Um fossile CO₂-Emissionen in der Industrie zu reduzieren, müssen auch Feuerungsprozesse schrittweise auf erneuerbare und klimaverträglichere Energieträger umgestellt werden. Eine Herausforderung dabei ist die große Bandbreite unterschiedlicher Gase und ihrer Verbrennungseigenschaften. Diese stellen besondere Anforderungen an die Verbrennungstechnik.

Ein Brenner für unterschiedliche Gase

Flexible Brennersysteme, die verschiedene Brenngase sicher und schadstoffarm verarbeiten können, waren bislang am Markt nicht verfügbar. Hier setzt das Forschungsprojekt BrEEga an: Das im Projekt entwickelte Brennersystem ist darauf ausgelegt, verschiedene Brenngase zeitlich variabel einzusetzen. Es soll Industrieunternehmen ermöglichen, ihre Prozesswärmeversorgung schrittweise auf erneuerbare und weitere klimaverträglichere Gase umzustellen. Das System kann Wasserstoff, Rohbiogas, synthetisches Methan (SNG), Ammoniak, Prozessgase und Erdgas nutzen. Dadurch können Unternehmen agil auf die jeweils verfügbaren Energieträger reagieren, ohne ihre Feuerungstechnik auf ein bestimmtes Gas festlegen zu müssen.

Das Brennersystem kann verschiedene Brenngase zeitlich variabel einsetzen. © GWI
Das Brennersystem kann verschiedene Brenngase zeitlich variabel einsetzen.

Flexible Brennergeometrie ermöglicht großen Regelbereich

BrEEga-Brennersystem: Variabel einstellbare Strömungsquerschnitte ermöglichen eine gezielte Anpassung der Brenngas- und Luftzufuhr an unterschiedliche Brennstoffe und Leistungsanforderungen. © GWI
BrEEga-Brennersystem: Variabel einstellbare Strömungsquerschnitte ermöglichen eine gezielte Anpassung der Brenngas- und Luftzufuhr an unterschiedliche Brennstoffe und Leistungsanforderungen.

Eine Besonderheit des Brennersystems ist die variable Anpassung der Strömungsquerschnitte für Brenngas und Verbrennungsluft. Dadurch lassen sich die Austrittsgeschwindigkeiten gezielt an unterschiedliche Brenngase und Leistungsanforderungen anpassen. Das Verhältnis der Impulsströme von Brenngas und Luft bleibt dabei weitgehend konstant, sodass auch bei wechselnden Betriebsbedingungen vergleichbare Strömungsverhältnisse entstehen. Dieses Prinzip ermöglicht einen außergewöhnlich großen Regelbereich von bis zu 1:200 und damit eine besonders hohe Lastflexibilität.

Im Rahmen des Projekts untersuchten die Forschenden das Verbrennungsverhalten verschiedener erneuerbarer Gase, führten numerische Simulationen zur Auslegung des Brennersystems durch und erprobten die Technologie an semi-industriellen Versuchsständen. Ein besonderer Fokus lag dabei auf einer sicheren und schadstoffarmen Verbrennung der unterschiedlichen Brenngase.

Beteiligt waren das Gas- und Wärme-Institut Essen (GWI) und der Bochumer Hersteller von Industriebrenner-Anlagen Friedrich Ley. BASF und SENSIRION unterstützten das Vorhaben als assoziierte Partner. (nw)

Der Innovationspreis Neue Gase

Der Innovationspreis Neue Gase zeichnet wegweisende Projekte und Konzepte zur Transformation des Energiesystems aus. In diesem Jahr haben sich mehr als 40 Projekte in den Kategorien Erzeugung, Transport und Infrastruktur sowie Anwendungstechnologien beworben. BrEEga ist in der Kategorie Anwendungstechnologien nominiert.

Der Innovationspreis Neue Gase 2026 wird am 9. November 2026 in Berlin verliehen. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Neben den Jurypreisen wird auch ein Publikumspreis vergeben. Über die nominierten Projekte kann vom 21. September bis zum 15. Oktober 2026 abgestimmt werden.

Mehr Informationen finden Sie auf der Website des Innovationspreises Neue Gase.