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Prof. Dr. Bett (Fraunhofer ISE) eröffnet die FVEE-Jahrestagung 2026. © Projektträger Jülich / Forschungszentrum Jülich GmbH
Prof. Dr. Bett (Fraunhofer ISE) eröffnet die FVEE-Jahrestagung 2026.

FVEE-Jahrestagung 2026
Potenzial für Fernwärme: Wie industrielle Abwärme die Wärmewende voranbringen kann

13.10.2026 | Aktualisiert am: 13.10.2026

Bezahlbar, klimafreundlich und krisenfest: Wie die Energieversorgung der Zukunft gelingen kann, stand im Mittelpunkt der FVEE-Jahrestagung 2026 am 6. und 7. Oktober in Berlin. Unter dem Motto „Lösungen aus der Forschung für ein wirtschaftliches und resilientes Energiesystem“ diskutierten Wissenschaft, Politik und Praxis über aktuelle Entwicklungen und konkrete Lösungsansätze der angewandten Energieforschung.

Auf dem Berliner EUREF Campus im Stadtteil Schöneberg ist der Innovationsgeist förmlich greifbar: Auf dem Forschungsstandort mit interessanter Historie rund um einen ehemaligen Gasometer haben sich seit 2007 zahlreiche Start-Ups, Institute und Unternehmen angesiedelt. Sie arbeiten, forschen und lehren zu den Themenbereichen Energie, Zukunft und Mobilität. Hier fand die Jahrestagung des ForschungsVerbunds Erneuerbare Energien (FVEE) statt.

Umweltverträglichkeit, Resilienz und Wirtschaftlichkeit - als „Zieldreieck“ umschrieb Tagungsleiter Dr. Andreas Hauer (ZAE Bayern) in seiner Eröffnungsrede treffend die drei Säulen der Energieversorgung. Resilienz bedeute Diversifikation, führte Hauer aus – ein elementarer Aspekt, zu dem die angewandte Energieforschung maßgeblich beitrage. Resilienz bedeute heute aber auch, die Energieversorgung gegen militärische Interventionen zu stärken, betonte er und ordnete das Tagungsthema somit vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer Konflikte ein.

Anschaulich zeigte Prof. Andreas Bett (Fraunhofer ISE), ebenfalls Tagungsleiter, anhand verschiedener Zeitungsausschnitte, dass das Tagungsthema nicht nur in der Forschungscommunity, sondern auch in der allgemeinen medialen Berichterstattung zentrales Thema ist. „Resilienz und Bezahlbarkeit ist in aller Munde“, brachte es Prof. Bett auf den Punkt.

Forschung als Schlüssel, Politik als Wegbereiter

Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie begrüßt mit einer Rede die Teilnehmenden. © Projektträger Jülich / Forschungszentrum Jülich GmbH
Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie begrüßt mit einer Rede die Teilnehmenden.

Dass das Voranschreiten der Energiewende nicht allein eine Frage technologischer Innovation ist, sondern ebenso ihrer Integration ins Gesamtsystem bedarf, wurde auch in dem Grußwort von Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär im  Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, deutlich. Er würdigte den Beitrag der Energieforschung zum Ausbau der Erneuerbaren Energien. Zugleich verwies er darauf, dass es eines realistischen politischen Blickes auf das Gesamtsystem bedürfe, um dessen Funktionalität und Stabilität weiter zu stärken. Ein wichtiges Stichwort sei dabei die Technologieoffenheit: Die Bundesregierung müsse für verschiedene technische Lösungen offen bleiben, so Rouenhoff, um die Resilienz der Energieversorgung zu stärken.

Zugleich ging Rouenhoff auf die vielfältigen Herausforderungen ein, vor denen das Energiesystem steht. Insbesondere die Versorgungssicherheit sei seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine stark in den Fokus gerückt. Abschließend unterstrich Rouenhoff die Schlüsselrolle der Energieforschung angesichts dieser großen Herausforderungen.

Im Anschluss an Stefan Rouenhoff richtete auch Dr. Silke Launert, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, das Wort an die Teilnehmenden. Sie betonte, dass persönliche Erfahrungen mit erneuerbarer Energieversorgung im eigenen Umfeld am überzeugendsten seien.
Die Anwesenheit beider politischer Vertreter verdeutlichte die Bedeutung des Dialogs zwischen Forschung, Wirtschaft und Politik. Denn damit wissenschaftliche Erkenntnisse in die praktische Anwendung gelangen können, braucht es einen engen Austausch zwischen den Beteiligten.

Frische Ideen für ein resilientes Energiesystem

Forschende stellen die Inhalte ihre Postersession vor. © Projektträger Jülich / Forschungszentrum Jülich GmbH
Forschende stellen die Inhalte ihre Postersession vor.

Beide Konferenztage waren durch ein abwechslungsreiches und interessantes Vortragsprogramm geprägt und boten Raum für Austausch und Diskussion. Besonders lebhaft gestaltete sich diese nach den Vorträgen dreier junger Start-Ups aus Deutschland am ersten Veranstaltungstag. Die Firmen QYB, Photreon und Thermovation stellten ihre Innovationen auf der Bühne vor. Die vielen interessierten Nachfragen aus dem Plenum im Anschluss zeigten, dass die Marktideen der jungen UnternehmerInnen auf großes Interesse stießen.

Auch die Posterausstellung bot jungen Forschenden die Möglichkeit, ihrer Arbeit mehr Sichtbarkeit zu verleihen, zum Beispiel zu hochaktuellen Themen wie eFuels, Turbinenentwicklung und tiefer Geothermie.

Teilnehmende der Tagung diskutieren die Forschungsergebnisse der Posterausstellung. © Projektträger Jülich / Forschungszentrum Jülich GmbH
Teilnehmende der Tagung diskutieren die Forschungsergebnisse der Posterausstellung.

Die FVEE-Tagung 2026 hat verdeutlicht, dass die gezielte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und in die Entwicklung technologischer Innovationen zentrale Säulen für ein zukunftsfähiges und resilientes Energiesystem sind. Beide tragen entscheidend dazu bei, die Energieversorgung angesichts vielfältiger Herausforderungen sicher, stabil und bezahlbar zu gestalten. Zugleich wurde deutlich, dass es dafür nicht nur innovative Forschung, sondern auch einen engen Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik braucht. So bleibt die angewandte Energieforschung ein Schlüssel, um die Transformation erfolgreich voranzubringen und die Energieversorgung von morgen nachhaltig zu sichern. (mba)