Konsultationsprozess
Konsultationsprozess zum 7. Energieforschungsprogramm

Zahlreiche Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft
haben umfassend zur Vorbereitung beigetragen

In einem breit angelegten Konsultationsprozess haben zahlreiche Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zur Vorbereitung des 7. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung beigetragen. Als das in der Energiepolitik federführende Ministerium hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Ende 2016 diesen in seiner Breite bislang einzigartigen, transparenten Prozess initiiert und umgesetzt, intensiv begleitet durch den Projektträger Jülich. Alle Interessengruppen hatten so die Gelegenheit, bereits bei der Konzeptionierung des neuen Programms zu partizipieren, weil Unterstützung und Akzeptanz für die politische Ausrichtung der öffentlichen Förderung von Forschung und Entwicklung besonders wichtig sind.

Abgeschlossen wurde der Konsultationsprozess im Frühjahr 2018. Die Auswertung der Positionspapiere und Expertenempfehlungen sowie die Ausführungen des Koalitionsvertrags zur 19. Legislaturperiode mit Blick auf das Thema Energie sind in die Gestaltung des aktuellen Energieforschungsprogramms eingeflossen. Denn als Teil der Energiepolitik des Bundes orientiert sich die Energieforschung an den politischen Zielen der Energiewende.

Hier fassen wir für Sie kompakt den Konsultationsprozess zusammen:

Der Konsultationsprozess hatte zum Ziel, alle relevanten Akteure der Energieforschung und -wirtschaft frühzeitig in die Diskussion zur zukünftigen Ausrichtung des Energieforschungsprogramms einzubinden. Die Beiträge der verschiedenen Akteure sind eingeflossen in die strategischen Leitlinien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zum kommenden Energieforschungsprogramm sowohl auf förderpolitscher als auch auf technologischer Ebene – und dienten damit als Basis für die inhaltliche Ausgestaltung des Programms.

Forschungskonsortien

Der Konsultationsprozess zum 7. Energieforschungsprogramm wurde wissenschaftlich flankiert durch das im Herbst 2016 gestartete strategische Leitprojekt „Trends und Perspektiven der Energieforschung“. Der Projektträger Jülich hat die beiden durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Forschungskonsortien begleitet: Das Teilvorhaben EnFo 2030 konzentrierte sich auf die gesellschaftlich-politischen Aspekte der Energieforschung, das Teilvorhaben TF_Energiewende bewertete auf Basis eines einheitlichen und umfassenden Kriterienkatalogs die wesentlichen Technologien des Energiesystems.

Länder

Die Mitwirkung der Länder war besonders wichtig, da diese einen erheblichen Teil zur öffentlichen Förderung der Energieforschung beitragen und darüber hinaus zuständig sind für die Forschung an Universitäten und Hochschulen, in vielen Fällen auch an weiteren Forschungseinrichtungen. Die Länder haben durch Regionalkonferenzen ihre Forschungslandschaft beteiligt und regionsspezifische Forschungsbedarfe formuliert. Zudem haben einzelne Länder eigene Positionspapiere eingereicht.

Verschiedene Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hatte im Rahmen des Konsultationsprozesses dazu aufgerufen, Positionspapiere zur Energieforschung einzureichen. Beteiligt haben sich Unternehmen und Verbände, Forschungsorganisationen und einzelne Forschungsgruppen, Länder sowie Landesagenturen.

Zudem lieferten die Forschungsnetzwerke Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie bis Ende 2017 durch das Zusammenwirken ihrer Mitglieder in thematisch spezifischen Arbeitsgruppen strategische Überlegungen und Empfehlungen – bezogen sowohl auf eine Weiterentwicklung der Energieforschungsförderpolitik des Bundes als auch auf den relevanten Förderbedarf und das künftige Einsatzpotenzial der verschiedenen Energie- und Effizienztechnologien in der Praxis.

Die Forschungsnetzwerke Energie bieten eine Plattform für das Vernetzen von Akteuren aus Forschung, Wirtschaft und Politik. In den Netzwerken engagieren sich etwa dreieinhalbtausend Mitglieder. Diese repräsentieren die breite Forschungslandschaft in Deutschland mit folgenden Netzwerken: Bioenergie, Energiewendebauen, Erneuerbare Energien, Industrie und Gewerbe, Systemanalyse, Flexible Energieumwandlung sowie Stromnetze und Startups (Stand: August 2018).

Und: Über die Energiewende-Plattform Forschung und Innovation tauschen sich zentrale Akteure aus Wirtschaft und Forschung regelmäßig über aktuelle förderpolitische Themen aus. Auch sie lieferten zusätzlichen Input für die technologischen Leitlinien des 7. Energieforschungsprogramms.

Hier geht es direkt zur Auswertung des Konsultationsprozesses.


Zentrale Themen

Als zentrale Themen haben sich im Konsultationsprozess insbesondere Dekarbonisierung, Energieeffizienz, Sektorkopplung und Digitalisierung herauskristallisiert. Diese Themen werden die Entwicklung im Energiesektor in den kommenden Jahren entscheidend bestimmen. Auch die sozialwissenschaftliche Forschung ist ein wichtiges Thema, darunter insbesondere der Aspekt der Akzeptanz.

Neues Förderformat

Eine bedeutende Neuerung in der Energieforschungsförderung wird das Format der „Reallabore“. In entsprechenden Projekten können Forschende neue Technologien, Verfahren und Geschäftsmodelle im systemischen Zusammenwirken erproben. Auf Basis dieser umsetzungsnahen Erfahrungswerte sollen sowohl technische als auch nichttechnische Hemmnisse des Praxistransfers neuer Energietechnologien abgebaut werden.

Startups fördern

Die Auswertung hat darüber hinaus ergeben, dass die Förderung von Startups und Kleinunternehmen deutlich verbessert werden muss, um ihre Dynamik beim Transfer von Forschungsergebnissen in die kommerzielle Anwendung besser zu nutzen. Um die Startups stärker mit den etablierten Akteuren der Energieforschung zu vernetzen und die Bedarfe besser zu adressieren, ist das Forschungsnetzwerk Startups gegründet worden.

Die Koordination der Energieforschung in Europa optimieren

Insbesondere soll auch die internationale Perspektive in der Energieforschung verstärkt in den Fokus genommen werden, vor allem eine verbesserte Koordination der Energieforschung auf nationaler und europäischer Ebene.

Im Folgenden finden Sie die Beiträge der beteiligten Akteure:

Bundesländer

Norddeutsche Wissenschaftsministerkonferenz der Bundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein
Positionspapier Energieforschung

Nordrhein-Westfalen
Positionspapier Energieforschung

Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland
Positionspapier Energieforschung

Sachsen
Positionspapier Energieforschung

Thüringen
Positionspapier Energieforschung


Landesagenturen

Energieforschungsverbund Hamburg (EFH) und Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH)
Positionspapier Energieforschung

e-mobil BW GmbH
Positionspapier Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie


Verbände

BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft
Positionspapier Energieforschung

BDI Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.
Positionspapier Energieforschung

BIO Deutschland
Positionspapier Industrielle Bioökonomie

Bitkom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien
Positionspapier Digitalisierung

BVES Bundesverband Energiespeicher
Positionspapier Energiespeicher

BVG Bundesverband Geothermie
Positionspapier Geothermie

VCI Verband der chemischen Industrie
Positionspapier Energieforschung
Positionspapier Stromspeicher


Unternehmen

Steag GmbH
Positionspapier Energieforschung


Kompetenzcluster, Plattformen und sonstige Verbünde

Cluster Chemie / Kunststoffe Mitteldeutschland  
Strombasierte Wasserstofftechnik als Voraussetzung für das Konzept „Kohlenstoffkette“ für Chemieindustrie und Raffinerietechnik
Einschätzung der Investitionskosten für die Strombasierte Wasserstofftechnik

FVEE ForschungsVerbund Erneuerbare Energien
Positionspapier Photovoltaik

Nationale Plattform Elektromobilität
Positionspapier Zell- und Batterieproduktion

Thüringer Erneuerbare Energien Netzwerk (ThEEN)
Positionspapier Energieforschung

Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende
Positionspapier Energieforschung

Startups in der Energieforschung
Positionspapier Startups
Mitzeichnung des Positionspapiers Startups

Akademien und Forschungsorganisationen

Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren (HGF)
Positionspapier Forschungsbereich Energie

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)
Positionspapier Energieforschung

acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften
ESYS-Positionspapier


Forschergruppen

Forschungsbereich Brennstoffzellen
Positionspapier Brennstoffzellentechnologie

Fachgebiet für Energieverfahrenstechnik und Umwandlungstechnologien regenerativer Energien der TU Berlin
Stellungnahme Technologiesteckbriefe

Repräsentanten der deutschen PV-Branche im Forschungsnetzwerk Erneuerbare Energien
Positionspapier PV-Produktionstechnologie

Die Expertenempfehlungen aus den Forschungsnetzwerken Energie für das 7. Energieforschungsprogramm: 

Hier finden Sie die Auswertung Expertenbefragung.

Strategisches Leitprojekt Top-Down (EnFo 2030)

Handlungsempfehlungen für die Energieforschungspolitik – Technik und Gesellschaft:

Abschlussbericht und Sektorsteckbriefe

 

Strategisches Leitprojekt Bottom-Up (TF_Energiewende)

Technologien für die Energiewende – Forschungsbedarfe und Marktpotenziale:

Technologieberichte

In den Technologieberichten wurden Status quo und mögliche Entwicklungen der Technologien nach Themenfeldern analysiert.

Teilberichte zum strategischen Leitprojekt