wird geladen
Aktuelle Förderangebote

Förderaufruf „1. Innovationswettbewerb Energiequartiere“

Mit dem „1. Innovationswettbewerb Energiequartiere“ im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms des BMWE sollen exzellente Projekte identifiziert werden, die innovative, praxistaugliche und übertragbare Lösungen für den Wandel von Bestandsquartieren hin zur Effizienz, Resilienz und Klimaverträglichkeit entwickeln und umsetzen.

Informationen zur Antragstellung

Das Format Innovationswettbewerb

Der Innovationswettbewerb Energiequartiere des BMWE hat zum Ziel, exzellente Forschungsergebnisse für die Anwendung im realen Umfeld zu qualifizieren und den Transfer in die Praxis zu beschleunigen. Gesucht werden innovative Projekte, die über das „business as usual“ hinausgehen. Diese sollen mit einem ganzheitlichen Ansatz vom Konzept (DESIGN), über die Umsetzung (BUILD), bis zum Betrieb (OPERATE) gefördert werden. Das Format verbindet Wettbewerbselemente mit Disziplinen, Bewertung durch Jurys, wissenschaftliche Begleitung innerhalb eines Exzellenz-Netzwerks sowie eine intensive Evaluation in der Betriebsphase (Monitoring). Technologie, Ökonomie und Gesellschaft erzeugen dabei das Spannungsfeld, in dem sich die Teilnehmenden behaupten müssen. Das Wettbewerbsformat verknüpft ambitionierte Zielsetzungen mit realen Umsetzungsbedingungen, will zu Innovationsräumen inspirieren und zur Nachahmung anregen, um so das Vertrauen in neue Lösungen zu stärken.

Was wird gefördert?

Gegenstand des Wettbewerbs sind räumlich zusammenhängende Bestandsquartiere, die als ganzheitliche Innovationsräume bearbeitet werden. Dies sind Quartiere mit überwiegender Wohnnutzung. Ergänzende Nutzungen wie Schulen, Kindertagesstätten, Einzelhandel, Dienstleistungen und sonstige quartiersnahe Infrastrukturen können in die Bearbeitung einbezogen werden.

Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stehen Innovationen für den zukunftsfähigen Wandel der Energieversorgung von Bestandsquartieren hin zur Effizienz, Resilienz und Klimaverträglichkeit. Das Energiesystem muss dabei in integrierter Weise mit architektonischen, technischen, ökonomischen und sozialen Fragestellungen verknüpft betrachtet werden. Alle Maßnahmen müssen einen quantifizierbaren Beitrag dazu leisten.

Weitere Details finden sich im Förderaufruf.

An wen richtet sich der Förderaufruf?

Der Förderaufruf richtet sich an quartiersbezogene Zusammenschlüsse geeigneter Akteure aus der Immobilienwirtschaft (z.B. Wohnungsunternehmen, Wohnungsbaugenossenschaften, kommunale Akteure), von Energieversorgern bzw. Energiedienstleistern, Hochschulen bzw. Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft (z.B. Hersteller, Ingenieurbüros, Dienstleister). Start-ups sowie andere kleine und mittlere Unternehmen werden besonders zur Antragstellung ermutigt. Zivilgesellschaftliche Akteure, z.B. Mieterinitiativen, können sich als assoziierte Partner beteiligen.

Weitere Details finden sich im Förderaufruf.

Bewertungskriterien

Über die Qualifikation zum Wettbewerb entscheidet eine unabhängige Jury. Gesucht werden Ansätze, die erkennbar über den Stand der Praxis hinausgehen und neue Wege für die Zukunftsfähigkeit von Bestandsquartieren umsetzen. Angestrebt wird ein Zielbild, das klar, ambitioniert und systemisch ein effizientes, klimaverträgliches und resilientes Quartier adressiert. Für die Zulassung zur DESIGN-Phase werden die Ansätze nach den folgenden Kriterien bewertet:

  • Arbeitsziel und Realisierungschancen – Innovationsgehalt: Innovationskern, Innovationsniveau, Quartiersbezug, potenzieller Mehrwert und Übertragbarkeit
  • Beitrag zu den förderpolitischen Zielen – Zielbild und Konzeptansatz zur Klimaverträglichkeit, Effizienz und Resilienz: Klarheit und Ambition des Zielbilds, zukunftstauglicher Wandel als Prozess, Systemverständnis
  • Qualifikation und Expertise der Antragstellenden – Akteurskonstellation und Umsetzungsfähigkeit: Vollständigkeit der Akteure, Qualität der Zusammenarbeit, Umsetzungsfähigkeit
  • Erfolgsaussichten, Anschlussfähigkeit – Quartierseignung, Ausgangslage und Transferpotential: Abgrenzung und Struktur, Ausgangslage und Planungsstatus, Modell- und Transferpotential

Bewertungskriterien und Regeln für die späteren Wettbewerbsphasen werden rechtzeitig veröffentlicht.

Wettbewerbsdisziplinen

Im Wettbewerb gibt es insgesamt sechs Disziplinen, in denen sich die teilnehmenden Konsortien messen und von Jurys bewertet werden: Die Kerndisziplin ist „Energiesystem und Effizienz“, weitere Disziplinen sind „Kommunikation“, „Immobilienökonomie“, „Infrastruktur und Mobilität“, „Lebensqualität“ sowie „Kreislaufwirtschaft“. Die Gewichtung wird rechtzeitig veröffentlicht. In allen Disziplinen werden im Laufe des Wettbewerbs Auszeichnungen verliehen. Aus den Ergebnissen in den einzelnen Disziplinen sowie der Evaluation (OPERATE-Phase) ergibt sich ein Ranking. Am Ende des Wettbewerbs wird daraus der Gesamtsieger ermittelt.

Details zu den Disziplinen finden sich im Förderaufruf.

Grafik, die die Wettbewerbsdisziplinen zeigt. © Bergische Universität Wuppertal
Die zentrale Wettbewerbsdisziplin ist „Energiesystem & Effizienz“. Innovationen sollen dazu beitragen , dass eine positive Wechselwirkung zwischen allen Disziplinen entsteht.

Wie funktioniert das Format?

Der Innovationswettbewerb ist in die drei aufeinander aufbauenden Phasen DESIGN, BUILD und OPERATE gegliedert. In jeder Phase wird eine definierte Anzahl qualifizierter Vorhaben gefördert (s.u.). Sie stehen im Wettbewerb zueinander. Im Folgenden werden die Wettbewerbsphasen und der Ablauf im Detail erläutert.

DESIGN-Phase (bis zu 2 Jahre)

Für die DESIGN-Phase können sich Interessierte mit einer Skizze bewerben. Aus allen eingereichten Skizzen werden bis zu zehn Ansätze für die DESIGN-Phase ausgewählt und zur Antragstellung aufgefordert. Eine Jury erarbeitet dazu Empfehlungen.

Die ausgewählten Verbünde werden gefördert, um ein innovatives und realisierbares Konzept für die Quartierstransformation auszuarbeiten bzw. die BUILD- und OPERATE-Phase vorzubereiten.

In der zweiten Hälfte der DESIGN-Phase werden Zwischenergebnisse im Rahmen eines Kolloquiums präsentiert. Die auf dieser Grundlage von einer Jury am besten bewerteten Konzepte (bis zu fünf) werden im Anschluss zur Antragstellung für ein weiteres Vorhaben für die BUILD-Phase aufgefordert. Die Skizzenphase entfällt.

Vorhaben, die sich nicht für die BUILD-Phase qualifizieren, sollen ausdrücklich wie geplant bis zum Laufzeitende der DESIGN-Phase weitergeführt werden. Die Ergebnisse aus den Vorhaben können für eine mögliche spätere Umsetzung in einem anderen Rahmen genutzt werden. Ungeachtet der späteren Umsetzung bzw. Nutzung, werden alle in der DESIGN-Phase erarbeiteten Konzepte der Öffentlichkeit verfügbar gemacht und dienen als Best-Practice-Modelle für Quartiersmodernisierungen außerhalb des Innovationswettbewerbs.

BUILD-Phase (bis zu 5 Jahre)

In der BUILD-Phase werden bis zu fünf Konzepte, die in der DESIGN-Phase entwickelt und von einer Jury ausgewählt wurden, im Rahmen eines weiteren, sich anschließenden Verbundvorhabens umgesetzt. Die BUILD-Phase soll für alle qualifizierten Verbünde zum gleichen Zeitpunkt beginnen.

Während dieser Phase finden regelmäßige Veranstaltungen im Rahmen des Exzellenz-Netzwerks statt, in die die Wettbewerbsteilnehmenden aktiv eingebunden werden. In den verschiedenen Wettbewerbsdisziplinen werden Auszeichnungen verliehen.

Gegen Ende der BUILD-Phase werden die Ergebnisse von einer Jury bewertet. Auf dieser Basis werden die erfolgreich umgesetzten Vorhaben (bis zu fünf Verbünde) zur Antragstellung für ein weiteres Vorhaben für die OPERATE-Phase aufgefordert. Die Skizzenphase entfällt.

OPERATE-Phase (bis zu 3 Jahre)

In der OPERATE-Phase werden die von der Jury ausgewählten Umsetzungen aus der BUILD-Phase im Betrieb analysiert und optimiert. Die hierfür erforderlichen Vorarbeiten sind in der BUILD-Phase vorzubereiten (z.B. Einbau Messtechnik, Monitoringkonzept). Die OPERATE-Phase soll für alle qualifizierten Verbünde zum gleichen Zeitpunkt beginnen.

Zudem werden die Verbundvorhaben durch ein übergeordnetes, intensives Monitoring begleitet. Dieses Monitoring erfolgt über eine separate Förderung einer externen Forschungseinrichtung. Die Zuarbeit zum externen Monitoring ist für die Verbundhaben verpflichtend.

Der Wettbewerb endet mit dem Finale. Bei dieser Abschlussveranstaltung wird das beste Gesamtergebnis ausgezeichnet.

Art und Umfang der Zuwendung

In der DESIGN-Phase werden Verbundvorhaben mit jeweils bis zu 1 Mio. Euro gefördert. Die Laufzeit beträgt bis zu zwei Jahre.

In der BUILD-Phase werden Verbundvorhaben mit jeweils bis zu 5 Mio. Euro gefördert. Die Laufzeit beträgt bis zu fünf Jahre.

In der OPERATE-Phase werden Verbundvorhaben mit jeweils bis zu 500.000 Euro gefördert. Die Laufzeit beträgt bis zu drei Jahre.

Die Zuwendung darf nur für solche Ausgaben/Kosten verwendet werden, die zur Erreichung des Zuwendungszwecks unbedingt notwendig sind. Die Bewilligung der Förderanträge der einzelnen Phasen erfolgt vorbehaltlich der Verfügbarkeit entsprechender Haushaltsmittel des Bundes.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie kann im Falle herausragender Leistungen und besonderen Engagements auf Basis von Juryentscheidungen und nach Beratung mit dem Wettbewerbskomitee an den Wettbewerbszweck gebundene Preisgelder verleihen.

Zeitplan und Meilensteine

Dieser Aufruf wurde am 4. Mai 2026 veröffentlicht, mit Einreichungsfrist zum 02. Oktober 2026.

Eine erste Infoveranstaltung, bei der Fragen zu den Einreichungsunterlagen gestellt werden können, findet am 24. Juni 2026 von 14 bis 15.30 Uhr statt. Interessierte können sich über diesen Link zur „Infoveranstaltung Innovationswettbewerb Energiequartiere“ anmelden. Die Teilnahme ist keine Voraussetzung zur Einreichung von Projektskizzen. Eine zweite Infoveranstaltung ist für den 24. September 2026 geplant.

Fragen und Antworten zum Innovationswettbewerb finden Sie in unseren FAQ.

Die folgende Grafik zeigt die wichtigsten Termine und Meilensteine im Wettbewerb. Eine detaillierte Liste finden Sie im Förderaufruf.

Grafik, die den Ablauf des Innovationswettbewerbs Energiequartiere zeigt. © Bergische Universität Wuppertal
Die Qualifizierung für die Förderung in den Phasen DESIGN, BUILD und OPERATE erfolgt auf Basis von Juryentscheidungen.