Forschungsförderung in der EU
Energieforschungsförderung in der EU

In europäischen Konsortien bringen Forschende verschiedener Mitgliedstaaten gemeinsam die Energieforschung voran

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert Vorhaben der angewandten Energieforschung sowohl auf nationaler als auch auf europäischer und internationaler Ebene. Im Folgenden erhalten Sie einen kurzen Einstieg in den politisch-strategischen Kontext der europäischen Energieforschung sowie in die Forschungsförderung im Rahmen der ERA-Nets und der neuen Co-funded Partnerships im Bereich Energie. Die Co-funded Partnerships stehen unter dem Dach des neuen EU-Rahmenprogramms „Horizont Europa“ ab 2021.
Für weitere Informationen können Sie sich gerne direkt an die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der Nationalen Kontaktstelle Energie wenden oder schreiben Sie eine E-Mail .

Energy Union und SET-Plan: Tragende Säulen der EU-Energiepolitik


Zur Erreichung der Klimaziele konzentriert sich der SET-Plan vor allem auf die angewandte Energieforschung. In diesem Sinne setzt er mit Blick auf die künftige europäische Energieversorgung Leitplanken für eine kurzfristige und wettbewerbsfähige Entwicklung von kohlenstofffreien (net zero) Technologien.

Der SET-Plan unterstützt die Kooperation zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten, der Industrie und Forschungsinstitutionen. Konkret soll die Koordinierung von Forschungsaktivitäten innerhalb der EU die weitere Verbesserung neuer Technologien ermöglichen und durch Vermeidung redundanter Forschung die Forschungskosten in den Mitgliedstaaten und der EU reduzieren.

Die im SET-Plan vereinbarten 10 Key Actions greifen die Ziele der Energy Union auf und bilden die Grundlage für den Themenschwerpunkt Energie im EU-Forschungsrahmenprogramm. In den aufeinander folgenden Forschungsrahmenprogrammen werden Forschungs- und Innovationsprojekte in verschiedenen Themenschwerpunkten zur Förderung ausgeschrieben. Das derzeitige Rahmenprogramm Horizont 2020 läuft noch bis 2020 und wird ab 2021 von dem Nachfolgeprogramm Horizont Europa abgelöst.

Die energiepolitischen Ziele aus dem Green Deal fließen in die Weiterentwicklung des SET-Plans ein und haben Einfluss auf die Auswahl der Förderschwerpunkte in Horizont Europa wie zum Beispiel Systemintegration (vergleichbar zur Sektorkopplung in Deutschland).

Horizont Europa: Das neue EU-Rahmenprogramm für Forschung Innovation

Horizont Europa hat eine Laufzeit von 2021 bis 2027.

Säulen und Cluster
Das neue Forschungsrahmenprogramm der EU sieht drei Hauptbereiche beziehungsweise Säulen vor. Dabei konzentriert sich die Säule „Globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas“ auf Forschung und Innovationen im Kontext gesellschaftlicher Herausforderungen und auf die Stärkung technologischer und industrieller Kapazitäten. Diese Säule ist wiederum in sechs thematische Cluster eingeteilt, wobei Cluster 5 die Themen Klima, Energie und Mobilität umfasst.

Missionen
Zu den zentralen Neuerungen in Horizont Europa zählen auch die so genannten Missionen. Eine Mission besteht aus einem Portfolio interdisziplinärer Maßnahmen, die darauf ausgerichtet sind, ein Ziel innerhalb eines festen Zeitrahmens umzusetzen. Die Missionen werden thematisch in fünf Bereiche gegliedert (Mission Areas), darunter auch zwei mit direktem Bezug zu den Themen in Cluster 5: „Adaptation to climate change includig societal transformation“ und „Climate-neutral and smart cities“. – Mit diesen klar definierten Bereichen strebt die EU unter anderem auch eine noch effektivere Verwendung der Fördermittel an.

Partnerschaften
Darüber hinaus gibt es ein neues Konzept für Europäische Partnerschaften zwischen Mitgliedstaaten, Industrie und anderen Interessengruppen. Dabei geht es unter anderem auch um Wasserstoff und die Speicherung erneuerbarer Energien. Die Partnerschaften bringen die EU-Kommission und private und/oder öffentliche Partner zusammen, um einige der dringendsten Herausforderungen Europas durch konzertierte Forschungs- und Innovationsinitiativen anzugehen.
Die Partnerschaften sind ein wichtiges Umsetzungsinstrument von Horizont Europa, tragen erheblich zur Erreichung der politischen Prioritäten der EU bei, vermeiden Doppelinvestitionen und verringern die Fragmentierung der Forschungs- und Innovationslandschaft in Europa.

Diese Informationen stellen einen Ausschnitt zentraler Bestandteile von Horizont Europa dar. Ausführlichere Informationen zu allen Säulen, den weiteren Clustern und generell zum Status Quo des neuen Rahmenprogramms finden Sie auf den Seiten der EU-Kommission.

Cluster 5 – Klima, Energie und Mobilität: Fünf NKS unter einem Dach

Bitte beachten Sie, dass es sich um vorläufige und unverbindliche Informationen handelt (Stand: November 2020).

Übergeordnetes Ziel für Cluster 5 ist die Klimaneutralität in Europa bis 2050. Im Fokus steht die Reduzierung der Treibhausgasemissionen beziehungsweise der Umweltbelastung im Energie- und Verkehrssektor. Eine tragende Rolle spielen dabei Themen wie Sektorkopplung, Systemintegration und Digitalisierung . Zugleich sollen die Wettbewerbsfähigkeit und der Nutzen für die Gesellschaft steigen.

Die Maßnahmen von Cluster 5 stehen im politischen Kontext

  • des Pariser Klimaabkommens,
  • des Europäischen Green Deal,
  • des Europäischen Konjunkturprogramms und
  • des Europäischen Recovery Plan zur Erholung der Wirtschaft nach der Covid-19-Krise
  • sowie weiterer EU-Prioritäten in den Bereichen Klima, Energie und Mobilität.

Die Forschungs- und Innovationsaktivitäten innerhalb des Clusters werden die Geschwindigkeit, mit der die entsprechenden Ziele erreicht werden, stark beeinflussen und sich direkt auf die damit verbundenen Kosten und Effekte auswirken.

Die Förderschwerpunkte des Cluster 5 sind eingeteilt in die „Destinations“

  • Climate sciences and responses,
  • Cross-sectoral solutions for climate transition,
  • Sustainable, secure and competitive energy supply,
  • Efficient, sustainable and inclusive energy use,
  • Clean and competitive solutions for all transport modes,
  • Safe resilient transport and smart mobility services for passengers and goods.

EU-Forschungskonsortien: ERA-NET Cofunds und Co-funded Partnerships

Die an den ERA-Nets beteiligten Staaten stimmen gemeinsam mit der EU die Förderthemen für die jeweiligen ERA-NET Cofunds im Energiebereich miteinander ab. Analog dazu werden die Themen der künftigen Co-funded Partnerships abgestimmt unter den an der Partnerschaft beteiligten Partnern, also den beteiligten Staaten und der EU.

Veröffentlicht werden die Förderthemen in gemeinsamen Ausschreibungen, den sogenannten Calls. Auf die entsprechenden Ausschreibungen können sich dann die Forschungskonsortien bewerben.

Ein ERA-NET Cofund schreibt einen oder mehrere Aufrufe zur Förderung aus, wobei die Europäische Kommission den ersten Aufruf mit etwa 33 Prozent kofinanziert. Darüber hinaus werden die Vorhaben national finanziert und administriert. Ein analoges Vorgehen ist derzeit auch für die Co-funded Partnerships geplant.

Folgende ERA-NETs unter Horizont 2020 werden durch den Projektträger Jülich (PtJ) begleitet:

ERA-Net SES (Smart Energy systems)
Kontakt bei PtJ:
Dr. Ralf Eickhoff  
Dr. Stephan Schulte   

CSP ERANET (Concentrated Solar Power)
Kontakt bei PtJ:
Dr. Renate Horbelt  
Dr. Kambulakwao Chakanga    

SOLAR-ERA.NET Cofund   
Kontakt bei PtJ:
Dr. Renate Horbelt
Dr. Kambulakwao Chakanga

GEOTHERMICA CFA
Kontakt bei PtJ:
Dr. Kai Stephan Schreiber 

ERA-Net ACT (Accelerating CCS Technologies)
Kontakt bei PtJ:
Dr. Heiko Gerhauser

Geplante Co-funded Partnerships für Cluster 5 unter dem neuen Rahmenprogramm Horizont Europa:

  • Clean Energy Transition (CET)
    Die CET-Partnerschaft greift im Bereich Energie unter Horizont Europa die verschiedenen Themenbereiche der ERA-Nets unter dem SET-Plan auf und bietet zukünftig eine einheitliche Strategie und Struktur für die staatenübergreifende Forschungsförderung. Sie basiert auf den bestehenden ERA-Nets im Bereich Energie.
  • Driving Urban Transition (DUT )
    Die Partnerschaft DUT führt die Arbeiten der vorangegangenen Joint Programming Initiative Urban Europe (JPI UE) aus Horizont 2020 fort und entwickelt diese weiter.

Bei beiden Partnerschaften sind EU und die Mitgliedstaaten bzw. assoziierten Staaten sowie deren Projektträger involviert, und auch Deutschland hat hier Mitspracherecht und Gestaltungsmöglichkeiten. Bei anderen EU- Partnerschaften ist das sehr unterschiedlich. Beispielsweise können Stakeholder eine spezifische Rolle spielen.

Grundlage der Co-funded Partnerships sind Memoranda of Understanding oder vertragliche Vereinbarungen.

Mehr zu den Europäischen Partnerschaften unter Horizont Europa