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Europäische Förderung der Energieforschung

HORIZONT EUROPA: EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation

Seit 1. Januar 2021 ist Horizont Europa, das aktuelle EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, mit einer Laufzeit bis 2027 in Kraft. Arbeitsprogramme definieren die förderfähigen Forschungsthemen und bilden die Grundlage für konkrete Förderaufrufe. Für den Bereich Energie gibt zudem der SET-Plan die Strategie für die Forschungsförderung der kommenden Jahre vor.

Säulen und Cluster

Das Forschungsrahmenprogramm basiert auf drei Säulen. Dabei konzentriert sich die Säule „Globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas“ auf Forschung und Innovationen im Kontext gesellschaftlicher Herausforderungen und auf die Stärkung technologischer und industrieller Kapazitäten. Die Säule ist in sechs Cluster eingeteilt. Cluster 5 umfasst die Themen Klima, Energie und Mobilität. Übergeordnetes Ziel dieses Clusters ist Klimaneutralität in Europa bis 2050. Im Fokus steht die Reduzierung der Treibhausgasemissionen und Umweltbelastungen im Energie- und Verkehrssektor. Eine tragende Rolle spielen dabei Themen wie Sektorkopplung, Systemintegration und Digitalisierung. Zugleich soll die Wettbewerbsfähigkeit Europas steigen.

Die Förderschwerpunkte (Destinations) des Cluster 5:

  • Climate sciences and responses,
  • Cross-sectoral solutions for climate transition,
  • Sustainable, secure and competitive energy supply,
  • Efficient, sustainable and inclusive energy use,
  • Clean and competitive solutions for all transport modes,
  • Safe resilient transport and smart mobility services for passengers and goods.
Symbolbild: Horizont © nuttawutnuy – stock.adobe.com

Missionen

Eine Mission besteht aus einem Portfolio interdisziplinärer Maßnahmen. Sie setzen Ziele innerhalb eines festen Zeitrahmens um. Die Missionen sind thematisch in fünf Bereiche gegliedert (Mission Areas), darunter auch zwei mit direktem Bezug zu Cluster 5: „Adaptation to climate change including societal transformation“ und „Climate-neutral and smart cities“.

Partnerschaften

Horizont Europa beinhaltet ein Konzept für Europäische Partnerschaften zwischen Mitgliedstaaten, Industrie und anderen Interessengruppen. Dabei geht es unter anderem um Wasserstoff und die Speicherung erneuerbarer Energien. Die Partnerschaften bringen die EU-Kommission und private und/oder öffentliche Partner zusammen, um einige der dringendsten Herausforderungen Europas durch konzertierte Forschungs- und Innovationsinitiativen anzugehen. Sie tragen erheblich zur Erreichung der politischen Prioritäten der EU in Horizont Europa bei, vermeiden Doppelinvestitionen und verringern die Fragmentierung der Forschungs- und Innovationslandschaft in Europa.

Cluster 5: Das Team der Nationalen Kontaktstelle Klima, Energie und Mobilität bietet Orientierung und Beratung

Die Nationalen Kontaktstellen (NKS) sind Anlaufstellen für Antragsteller auf Forschungsförderung im EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont Europa. Das Cluster 5 konzentriert sich auf die Themen Klima, Energie und Mobilität. Beratung und Orientierung bietet die Nationale Kontaktstelle Klima, Energie, Mobilität (NKS KEM).

Das Team Energie ist beim Projektträger Jülich angesiedelt und berät im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) kostenfrei, vertraulich und interessenneutral. Die Unterstützung und Stärkung von Erfolgsaussichten bei Förderanträgen zu Energiethemen ist eine der zentralen Aufgaben. Im Dialog mit den Forschungsteams klären die Beraterinnen und Berater der Kontaktstelle, ob eine Projektidee aussichtsreich ist. Wie ein Kompass leistet die NKS KEM Orientierungshilfe zu Themenfeldern und Regularien.

Angebote des Teams Energie der NKS KEM

  • Das Team Energie der NKS KEM hilft, eine Projektidee dem passenden Förderschwerpunkt zuzuordnen und bei der Projektbeschreibung alle wichtigen Aspekte zu berücksichtigen. So können Erfolgsaussichten verbessert werden.
  • Die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner schaffen Transparenz zu Verfahrensabläufen und Kriterien beim Auswahlverfahren und geben wichtige Hinweise zum Aufbau von Projektkonsortien.
  • Die richtige Ausrichtung eines Projekts auf die Förderinhalte des Programms und sein Beitrag zur übergeordneten EU-Politik wie dem Strategischen Energie-Technologie-Plan (SET-Plan) sind weitere zentrale Aspekte bei der Optimierung von Erfolgsaussichten.
  • In gleicher Weise werden Antragsteller auch zu Fördermöglichkeiten der Public Private Partnership zu Brennstoffzellen und Wasserstofftechnologien (PPP FCH2-JU) unterstützt.
  • Weiterhin unterstützt das Team Energie der NKS KEM den Auftraggeber BMWE auch bei seiner Gremienarbeit in Brüssel. Neben der Implementierung des laufenden Rahmenprogramms Horizont Europa zählten dazu auch die Mitarbeit im Strategischen Energie-Technologie-Plan (SET-Plan).

Auf der Website der NKS KEM finden Antragsteller aktuelle Informationen zur EU-Forschungsförderung im Energiebereich und können einen kostenlosen News-Service abonnieren.

Uebereinander liegende Hände symbolisieren Zusammenarbeit © Prostock-studio – stock.adobe.com

SET-Plan, Energy Union und European Green Deal: Tragende Säulen der EU-Energiepolitik

Der „Strategieplan für Energietechnologie“ (engl. „Strategic Energy Technology Plan“, kurz SET-Plan), ist die Grundlage für den Übergang zu einem klimaneutralen Energiesystem auf europäischer Ebene. Er bildet den strategischen Überbau für die Energieforschung in Europa. Um die Klimaziele zu erreichen, konzentriert sich der SET-Plan vor allem auf die angewandte Energieforschung. Hierfür setzt er mit Blick auf die künftige europäische Energieversorgung Leitlinien für eine kurzfristige und wettbewerbsfähige Entwicklung von kohlenstofffreien (net zero) Technologien.

Der SET-Plan unterstützt die Kooperation zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten, der Industrie und Forschungsinstitutionen. Konkret soll die Koordinierung von Forschungsaktivitäten innerhalb der EU Technologien weiter verbessern und redundante Forschung vermeiden, um Kosten in den Mitgliedstaaten und der EU zu reduzieren.

Die im SET-Plan vereinbarten 10 Key Actions greifen die Ziele der Energy Union auf und bilden die Grundlage für den Themenschwerpunkt Energie im EU-Forschungsrahmenprogramm. Die energiepolitischen Ziele aus dem European Green Deal fließen ebenfalls in die Weiterentwicklung des SET-Plans ein und beeinflussen die Auswahl der Förderschwerpunkte in Horizont Europa.

EU-Forschungskonsortien: Kofinanzierte Partnerschaften (Co-funded Partnerships)

In einer kofinanzierten Partnerschaft unter Horizont Europa bilden interessierte EU-Mitgliedstaaten sowie assoziierten Staaten gemeinsam mit der EU ein Konsortium zu einem Forschungsthema oder -bereich (z.B. Energie). Ziel ist die strategische Koordinierung von EU- und nationalen Forschungsförderprogrammen. Entsprechend werden gemeinsam transnationale Forschungs- und Innovationsprojekte ausgeschrieben.

Die an den kofinanzierten Partnerschaften beteiligten Staaten stimmen mit der EU die Förderthemen für die jeweilige kofinanzierte Partnerschaft ab. Die Förderthemen werden in gemeinsamen Ausschreibungen veröffentlicht, sogenannten Calls, auf die sich Forschungskonsortien anschließend bewerben. Eine kofinanzierte Partnerschaft schreibt einen oder mehrere Förderaufrufe aus, wobei die Europäische Kommission die Calls mit bis zu 33 Prozent kofinanziert. Darüber hinaus werden die Vorhaben national finanziert und administriert.

Die Calls gehen teilweise über die EU-Mitgliedstaaten und assoziierten Staaten hinaus. Neben den EU-Mitgliedstaaten und assoziierten Staaten sind in einzelnen kofinanzierten Partnerschaften weitere Staaten je nach Thema an den Ausschreibungen (Calls) beteiligt. Projektpartner aus diesen Staaten erhalten keine Kofinanzierung, sondern die jeweiligen Projektpartner aus diesen Staaten werden zu 100% aus nationalen Mitteln finanziert. Auf diese Weise ermöglichen die kofinanzierten Partnerschaften über die EU und assoziierten Staaten hinaus internationale Projektkonsortien.

Co-funded Partnerships für Cluster 5 unter Horizont Europa:

  • Clean Energy Transition Partnership (CETPartnership)
    Die CET-Partnerschaft ist aus den ERA-Netzen im Bereich Energie hervorgegangen und greift unter Horizont Europa die Themenbereiche des SET-Plans auf. Sie bietet damit eine einheitliche Strategie und Struktur für die gemeinsame staatenübergreifende Forschungsförderung im Energiebereich auch unter Einbeziehung der zugehörigen Regionen (z.B. sind auch Bundesländer als Partner möglich und erwünscht).
  • Driving Urban Transition (DUT)
    Die Partnerschaft DUT führt die Arbeiten der vorangegangenen Joint Programming Initiative Urban Europe (JPI UE) aus Horizont 2020 fort und entwickelt diese unter Horizont Europa weiter.

Der Projektträger Jülich (PtJ) begleitet folgende ERA-NETS zur Energieforschung: