Energiewende und Gesellschaft
Gesellschaft: Partizipation und Akzeptanz

Energiewende und Gesellschaft müssen zusammen gedacht werden: Die Transformation des Energiesystems gelingt nur gemeinsam

In den kommenden Jahrzehnten muss das Energiesystem tiefgreifend umgebaut werden. Dabei gewinnen Erneuerbare zunehmend an Bedeutung für die Energiebereitstellung und -versorgung. Die hierfür eingesetzten innovativen Technologien und neuen Prozesse wirken sich auf die gesamte Gesellschaft und auf das Lebensumfeld jedes Einzelnen aus. Mehr noch: Die Transformation des Energiesystems und damit die Energiewende an sich können nur gelingen, wenn der Umbau gemeinsam getragen wird. Durch die Bürgerinnen und Bürger, durch Kommunen und andere öffentliche Einrichtungen, durch zivilgesellschaftliche Akteure und Multiplikatoren, durch Energieversorger, durch Planung und Handwerk, letztendlich durch die Gesellschaft als Ganzes. Daher ist das Thema „Energiewende und Gesellschaft “ als technologieübergreifender Förderschwerpunkt im 7. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung verankert.

Eine zentrale Herausforderung: Umfragen zeigen zwar immer wieder, wie wichtig den Menschen der Klimaschutz im Allgemeinen und die Reduktion der Treibhausgasemissionen im Speziellen ist. Dafür sind jedoch auch Maßnahmen notwendig, die Einfluss auf die gewohnten Lebens- und Verhaltensweisen der Bürgerinnen und Bürger haben. Das wiederum führt mitunter zu Kritik und mangelnder Unterstützung. Letztlich kann sich so die Umsetzung entscheidender Maßnahmen für die Energiewende verzögern – obwohl breiter Konsens zu deren Notwendigkeit besteht.

Forschungsprojekte sollen untersuchen,
wie die Anliegen der Menschen besser berücksichtigt werden können

Somit wird es zunehmend wichtiger, die Gesellschaft frühzeitig über diese Maßnahmen zu informieren und gesellschaftliche Akteure und Multiplikatoren bei Veränderungsprozessen möglichst aktiv einzubinden. Dabei muss das Lebensumfeld der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt werden. Auf diese Weise kann eine offenere Einstellung gegenüber den notwendigen Veränderungen erreicht werden. Ziel ist eine größere Akzeptanz von Energiewendemaßnahmen und mehr gesellschaftliche Zufriedenheit in diesem umfassenden Transformationsprozess.

Forschungsprojekte sollen untersuchen, auf welche Weise die Anliegen der Menschen im Energiewendeprozess besser berücksichtigt werden können. Bislang ist der Zusammenhang zwischen dem als dringend notwendig erkannten Handlungsbedarf und der Rückwirkung solcher Veränderungen auf die Gesellschaft nur wenig erforscht.

Große Resonanz auf den ersten Förderaufruf

Der erste Förderaufruf zur Einreichung von Projektideen  für das neue Forschungsthema „Energiewende und Gesellschaft“ hatte Mitte 2019 mit annähernd 60 vorgeschlagenen Forschungsvorhaben eine große Resonanz. Die entsprechenden Projektskizzen konzentrierten sich insbesondere auf die Themen „Akzeptanz und Partizipation im Transformationsprozess“ und „sozioökonomische Effekte von finanziellen Beteiligungsmöglichkeiten“.

Die eingereichten Projektvorschläge bezogen sich beispielsweise auf folgende gesellschaftsrelevante Fragen:

  • Welchen Einfluss haben Akzeptanz und Partizipation im Transformationsprozess der Energiewende?
  • Welche Folgen haben Strukturwandelmaßnahmen in traditionellen Energieregionen?
  • Wie beeinflussen Energiewendemaßnahmen das Arbeitsumfeld und den Arbeitsmarkt?
  • Wie geeignet sind verschiedene Formen der Kommunikation, Visualisierung und Simulation von Maßnahmen?
  • Welchen Einfluss hat Technikgestaltung und was sind die Folgen des Einsatzes innovativer Techniken für die Gesellschaft? Wie ändert sich das energiebezogene Verhalten von Nutzern?
  • Was sind die sozioökonomischen Effekte von finanziellen Beteiligungsmöglichkeiten?
  • Worin bestehen Risiken, Hemmnisse und Akzeptanz von Datensammlungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung der Energiewende?

Mehr Informationen zu den ersten beiden Projekten, die Anfang 2020 gestartet sind.