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05.04.2022

Baustart: Mit Flusswärmepumpe zu klimaneutraler Fernwärme

Das am Rhein gelegene Kraftwerk zeichnet sich durch sehr leistungsfähige Wasserentnahme- und Rücklaufeinrichtungen aus. Diese eignen sich optimal als Wärmequelle für eine Großwärmepumpe.
©GKM AG

Am Rheinufer des Grosskraftwerks Mannheim (GKM) baut das Energieunternehmen MVV eine so genannte Großwärmepumpe. Diese entzieht dem Gewässer Wärmeenergie und nutzt sie, um Heizwasser zu erzeugen. Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) wird somit ein wichtiger Meilenstein in Richtung klimaneutrale Fernwärmeversorgung umgesetzt.

Ein großer Teil der CO2-Emissionen in Deutschland entfällt auf die Wärmeversorgung. Großwärmepumpen können dazu beitragen, diese Werte zu verringern. Sie nutzen dazu Flusswasser oder die Abwärme von Kraftwerken als Wärmequelle und heben diese auf ein geeignetes Temperaturniveau. Anschließend wird die Wärmeenergie in Fernwärmenetze eingespeist. Insbesondere in Gebieten mit hohem Wärmebedarf, die mit Fernwärme versorgt werden, ermöglichen Großwärmepumpen eine effiziente strombasierte Wärmeversorgung.

Eine solche Flusswärmepumpe kommt jetzt am Grosskraftwerk Mannheim (GKM) zum Einsatz. Sie ist Teil des Reallabors der Energiewende „Großwärmepumpen in Fernwärmenetzen – Installation, Betrieb, Monitoring und Systemeinbindung“, welches das BMWK mit rund 21,3 Millionen Euro fördert. An insgesamt fünf unterschiedlich strukturierten Standorten in Deutschland installieren die verschiedenen Projektpartner Großwärmepumpen in bestehende Fernwärmesysteme. Ziel ist es, die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung voranzutreiben.

Bis zu 21.000 Tonnen CO2 können jährlich eingespart werden

Mit dem feierlichen Spatenstich am Montag mit rund 90 Teilnehmenden aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft starten jetzt die Hoch- und Tiefbauarbeiten am GKM. Die Großwärmepumpe hat eine thermische Leistung von etwa 20 Megawatt, was der Leistung von etwa 2000 gängigen, in Haushalten installierten Wärmepumpen entspricht. Die Anlage soll im Frühsommer 2023 in Betrieb gehen. Im Anschluss startet eine etwa dreijährige Betriebsphase, in der vor allem Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen stattfinden. Das Energieunternehmen MVV geht davon aus, dass mit dem Einsatz der Anlage langfristig jährlich bis zu 21.000 Tonnen CO2 eingespart werden können. Mannheim und die Region sollen bis 2030 auf eine klimaneutrale Fernwärmeversorgung umgestellt werden. Der Einsatz der Flusswärmepumpen ist hierfür ein wesentlicher Meilenstein.

Reallabore der Energiewende bringen Innovationen in die Praxis

Das Vorhaben „Großwärmepumpen in Fernwärmenetzen – Installation, Betrieb, Monitoring und Systemeinbindung“ ist ein so genanntes Reallabor der Energiewende. Gefördert vom BMWK werden hier innovative Technologien in der praktischen Anwendung unter realen Bedingungen und im industriellen Maßstab getestet. Die Reallabore betrachten das systemische Zusammenspiel von Energiebereitstellung und Energiebedarf auf der Ebene eines konkreten Quartiers oder einer oder mehrerer ausgewählter Städte. Manchen erstrecken sich sogar über mehrere Bundesländer.

Mehr Informationen

Zum Thema „Energieoptimierte Quartiere“ sind mittlerweile fünf Reallabore der Energiewende gestartet:

DELTA – Darmstädter Energie-Labor für Technologien in der Anwendung

GWP – Großwärmepumpen in Fernwärmenetzen

IW3 – Integrierte WärmeWende Wilhelmsburg

TransUrban.NRW

SmartQuart – Smarte Energiequartiere

Auch im Bereich „Sektorkopplung und Wasserstofftechnologien“ starteten bereits fünf Reallabore der Energiewende. Einen Überblick über alle Vorhaben sowie weiterführende Informationen zum Thema finden Sie hier. (bs)

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