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04.05.2020

Reallabor in ehemaligem Kohlerevier: Startschuss für TransUrban in NRW

Im Reallabor der Energiewende
Bild: ©struvictory - stock.adobe.com

Es ist das zweite Reallabor der Energiewende – und das erste in einer Strukturwandelregion. „Niedertemperatur statt Kohle-Infrastruktur“ bringt das Ziel von TransUrban auf den Punkt: Statt über Fernwärmenetze, die oft durch Kohlekraftwerke versorgt werden, sollen Verbraucher ihren Wärmebedarf künftig über CO2-ärmere Niedertemperaturnetze decken können – gespeist von erneuerbaren Energien und niedrig temperierter Abwärme.

Die Projektpartner wollen vier Stadtquartiere auf eine CO2-arme Wärme- und Kälteversorgung umstellen, unter der Koordination von E.on Energy Solutions. TransUrban.NRW zählt zu den 20 Gewinnern des Ideenwettbewerbs „Reallabore der Energiewende“, die Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier im Juli 2019 verkündet hatte. Nachdem im Januar 2020 mit „SmartQuart“ das erste Reallabor aus dem Kreise der im Wettbewerb erfolgreichen Konsortien die Arbeit aufgenommen hat, geht jetzt TransUrban an den Start.

Die „Reallabore der Energiewende“ sind ein Förderformat im 7. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung und sollen den tiefgreifenden Umbau des Energiesystems in Deutschland entscheidend voranbringen: Sie erproben neue Technologien und Geschäftsmodelle im Gesamtsystem, im realen Umfeld und im industriellen Maßstab. Alle Reallabore sollen so Blaupausen für den Umbau des Energiesystems entwickeln und den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis beschleunigen.

TransUrban.NRW – neue wirtschaftliche Perspektiven für alte Kohlestandorte

TransUrban.NRW konzentriert sich auf eine typische, von Kohleerzeugung geprägte Strukturwandelregion. Hier soll die klassische Fernwärmeversorgung über Hochtemperatur- und Dampfnetze in ein CO2-armes Versorgungssystem umgewandelt werden. So kann etwa erneuerbare Energie aus Geothermie, Abwasser sowie niedrig temperierte Abwärme in großem Umfang in die Versorgung mit einbezogen werden. Die dazu erforderlichen Niedertemperatur-Netze werden neu errichtet oder in die bestehende Infrastruktur integriert.

Jedes der vier eingebundenen Quartiere steht für einen Innovationsschwerpunkt und bringt eine spezifische Struktur mit. Beteiligt am Projekt sind die Städte Gelsenkirchen, Mönchengladbach, Herne und Erkrath. Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus den Reallabor-Quartieren von TransUrban.NRW lassen sich auf ähnlich beschaffene Standorte übertragen. Somit kann TransUrban neue Perspektiven insbesondere für vom Strukturwandel betroffene Regionen eröffnen.


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