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18.07.2019

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier verkündet Gewinner im ersten Ideenwettbewerb „Reallabore der Energiewende“

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Bild: Projektträger Jülich

Die „Reallabore der Energiewende“ sollen den tiefgreifenden Umbau des Energiesystems entscheidend voranbringen. Denn hier werden in industriellem Maßstab innovative Technologien in einem realen Umfeld zusammengebracht und erprobt. Im Februar 2019 hatte der Bundeswirtschaftsminister erstmals einen Ideenwettbewerb dazu ausgeschrieben.

Dieser erste Wettbewerb seiner Art hat alle Erwartungen übertroffen. Beteiligt hatten sich 90 Konsortien mit über 500 Partnern aus Industrie und Forschung. Übergeordnetes Ziel aller Reallabore ist es, ganz konkret zentrale Herausforderungen der Energiewende aufzugreifen, die praktische Umsetzung innovativer Technologien im realen Umfeld und industriellen Maßstab zu erproben und so Blaupausen zu liefern für die weitere Umsetzung der Energiewende in Deutschland. Damit sollen Innovationen, die technisch machbar sind, schnell in den Markt gebracht und durch Skaleneffekte wettbewerbsfähig werden. „Praxistransfer“ ist also das zentrale Stichwort für dieses neue Förderformat im 7. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung. Neben dem Aufzeigen von Wegen zu einer Transformation des Energiesystems ist mit den Reallaboren der Energiewende auch ein industriepolitischer Anspruch verbunden: Es sollen Wertschöpfungsketten von Schlüsseltechnologien im Energiebereich in Deutschland gestärkt werden.

Der erste Ideenwettbewerb konzentrierte sich auf innovative Konzepte zu den Themen „Sektorkopplung und Wasserstofftechnologien“, „Großskalige Energiespeicher im Stromsektor“ und „Energieoptimierte Quartiere“. Jetzt hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in Berlin die Gewinner des Ideenwettbewerbs bekannt gegeben:

Insgesamt haben sich 20 Konsortien qualifiziert

Die ausgewählten Forschungskonsortien planen bundesweit Reallabore, die

  • mit gespeichertem Wasserstoff und anderen Energiespeichern zur Versorgungssicherheit beitragen,
  • Wasserstoff für industrielle Prozesse nutzbar machen und
  • ganze Quartiere energetisch optimieren.

Zu den zentralen Zielen des Wettbewerbs gehört es, Lösungen voranzubringen, die es ermöglichen über alle Sektoren hinweg CO2 einzusparen, also im Verkehr, in der Wärmeversorgung, der Stromerzeugung sowie in Industrieprozessen. Ziel ist es auch, die Technologieführerschaft in Deutschland zu halten und auszubauen. Der Ansatz der Reallabore ist dabei übergreifend, es geht nicht um isolierte Einzelprojekte, sondern um das Gesamtsystem. Dabei sollen industrielle Maßstäbe gesetzt und tragfähige Geschäftsmodelle entwickelt werden. Ein Reallabor kann beispielsweise ganze Wertschöpfungsketten von Erzeugung über Speicherung, Transport und Nutzung abdecken und dabei ganze Regionen  einbeziehen oder gleich mehrere Länder beteiligen.
Nicht zuletzt geht es um regulatorisches Lernen und damit um die Frage, wie der bestehende Gesetzesrahmen bestmöglich ausgeschöpft werden kann, um innovative Technologien in die Praxis umzusetzen – oder ob hier Anpassungen nötig sind.

Das BMWi fördert Reallabore mit 100 Millionen Euro jährlich. Hinzu kommen weitere 200 Millionen Euro für Reallabore in Strukturwandelregionen entsprechend der im Bundeskabinett beschlossenen Eckpunkte für ein Strukturstärkungsgesetz.
Im nächsten Schritt stellen die Gewinner des Ideenwettbewerbs einen Vollantrag. Bereits in diesem Jahr sollen erste Reallabore starten.


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