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  • Der Ölpreisschock im Herbst 1973 ist geprägt von einem starken Anstieg des Ölpreises, nachdem die OPEC-Staaten ihre Fördermengen um rund fünf Prozent gesenkt hatten als Reaktion auf die Unterstützung Israels durch westliche Staaten im Zuge des Jom-Kippur-Kriegs. Die Bundesrepublik reagiert darauf mit dem Energiesicherungsgesetz. Es umfasst unter anderem die autofreien Sonntage sowie Geschwindigkeitsbegrenzungen umfasst, um den Öl- und Benzinverbrauch zu senken.

  • 1974 gründen 16 Staaten, unter ihnen die Bundesrepublik Deutschland, die Internationale Energieagentur (IEA) mit Sitz in Paris. Ziel ist es gemeinsame Strategien als Antwort auf den Ölpreisschock zu finden.

  • Das Rahmenprogramm Energieforschung hat zum Ziel die Importabhängigkeit Deutschlands im Energiebereich zu senken, Energieverluste zu vermindern und ein vielfältiges Energieangebot zu sichern. Das jährliche Budget des Programms beträgt rund 160 Millionen Deutsche Mark. Der Fokus liegt auf der Kohleforschung und der Substitution von Erdöl und Erdgas.

  • Energieeinsparung wird zu einem wichtigen Thema im Gebäudebereich. Mit der "Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz bei Gebäuden (Wärmeschutzverordnung/WärmeschutzV)" verabschiedet Deutschland auf Basis des Energieeinsparungsgesetzes vom Juli 1976 eine erste Verordnung zu energiesparendem Wärmeschutz von Gebäuden. Es tritt 1977 in Kraft.

  • 1977 verabschiedet die Bundesregierung das 1. Energieforschungsprogramm. Damit fördert die Bundesregierung erstmals auch nichtnukleare Energietechnologien. Die Ziele der Maßnahmen umfassen die Sicherung der Energieversorgung, eine verbesserte Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz sowie den Schutz der Bevölkerung vor Gefahren der Energieumwandlung und –anwendung. Zudem steht die Steigerung der technologischen Leistungsfähigkeit im Fokus. In dem Programm findet sich darüber hinaus die erste Erwähnung, dass CO2 möglicherweise schädlich für das Klima ist.

  • Die Verringerung des Energieverbrauchs von Ein- und Mehrfamilienhäusern durch den Einsatz von Solarenergie und rationelle Energieverwendung: Das erste energieautarke Solarhaus geht 1992 in Freiburg in Betrieb und ist damals eine Sensation. Über vier Jahre hat eine Familie zu Testzwecken in einem Gebäude mit Photovoltaikanlage und Sonnenkollektoren auf dem Dach ohne externe Energiezufuhr gewohnt. Die Wände aus Kalksandstein sind bestens isoliert, und eine transparente Wärmedämmung lässt die Wärme des Sonnenlichts im Winter auf die Außenwände einwirken. Im Sommer kann diese natürliche Heizung durch ein innenliegendes Rohr abgeschaltet werden. Rund 120 Sensoren messen, wie sich Temperatur und Feuchtigkeit in den Räumen verändern. Das energieautarken Solarhaus Freiburg führt damals alle bis zu diesem Zeitpunkt bekannten Techniken zusammen. Das Wohnhaus-Projekt vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg hat gezeigt, dass die eigenständige Energieversorgung möglich ist.

  • Der Golfkrieg zwischen dem Iran und dem Irak führt zur zweiten Ölpreiskrise. Die Verflechtung zwischen dem Ölpreis und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Bundesrepublik ist zu diesem Zeitpunkt sehr hoch. Öl wird in Haushalten, Industrie, Verkehr und in der Stromerzeugung eingesetzt. Die Politik formuliert den Bedarf von Entlastungsstrategien im Hauswärme- und Stromerzeugungsbereich.

  • Das 2. Energieforschungsprogramm erweitert die Ziele des Vorgängerprogramms um Sozialverträglichkeit und das nachhaltige Management endlicher Ressourcen. Auch wenn der Fokus nach wie vor auf Kohleenergie und Kernkraft liegt, fördert die Bundesregierung innerhalb des Programms energieeffiziente Gebäudetechniken (Wärmedämmung, Belüftung, Heizungssysteme oder Wärmepumpe), Stromspeicher und Wasserstofftechnologien.

  • Im sowjetischen Tschernobyl (in der heutigen Ukraine) kommt es in Block 4 des dortigen Kernkraftwerks zu einem sogenannten Super-Gau, dem größten anzunehmenden Unfall. Die Simulation eines vollständigen Stromausfalls kommt es zu einen unkontrollierten Leistungsanstieg. Dieser führt die Explosion des Reaktors herbei und setzt das Graphit in Brand. In der Folge treten hohe Mengen Radioaktivität aus und kontaminieren weite Teile der Umgebung. Witterungsbedingt gelangen radioaktivive Stoffe in die Erdatmosphäre und regnen als radioaktiver Niederschlag nordöstlich von Tschernobyl sowie in zahlreichen Ländern Nord-, Ost- und Zentraleuropas ab.

  • Mit dem Modellkraftwerk Völklingen entsteht ein umweltfreundliches Kraftwerk mit einer Leistung von 231 Megawatt als Versuchs- und Demonstrationsanlage und geht in Betrieb. Der neuartige Kraftwerkstyp zeichnet sich durch technische Besonderheiten aus. Diese sind der Kühlturm, der vollständig nass gereinigte Rauchgase ableitet, optimierte Brenner, die keinen Katalysator benötigen sowie die Kombination einer Gasturbine mit einer Wirbelschichtfeuerung. Aufgrund seiner umweltfreundlichen Entsorgung über den Kühlturm wird es auch als „schornsteinloses Kraftwerk“ bezeichnet.

  • Im September 1987 findet im kanadischen Montreal eine internationale Konferenz zum Schutz der Ozonschicht statt. Die 48 teilnehmenden Staaten unterzeichnen zum Abschluss das Montrealer Protokoll über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen. Damit verpflichten sich die Teilnehmer, ihre FCKW-Produktion schrittweise bis 1999 um 50 Prozent zu reduzieren. Es handelt sich um das erste weltweit anwendbare Umweltschutzprotokoll. Es tritt nach der Ratifizierung in den teilnehmenden Staaten 1989 in Kraft. Bis 1990 verabschieden insgesamt 56 Staaten das Protokoll.

  • Die in Südspanien errichtete „Plataforma Solar de Almería“ (PSA) ist das größte europäische und in seiner Vielfalt weltweit führende Testzentrum für konzentrierende Hochtemperatur-Solartechnik. Auf dem über 100 Hektar großen Gelände können verschiedene Hochtemperatur-Solartechnologien unter praxisnahen Bedingungen getestet und optimiert werden. Mehr als 20.000 Quadratmeter unterschiedlich geformter Spiegel in verschiedenen Testeinrichtungen konzentrieren die direkte Solarstrahlung zur Erzeugung hoher und höchster Temperaturen. Ziel der unterschiedlichen Forschungsvorhaben ist es, durch innovative Komponentenentwicklungen die Stromkosten aus solarthermischen Kraftwerken weiter zu reduzieren.

  • FLOX steht für die flammenlose Oxidation: ein Verbrennungsvorgang, bei dem keine sichtbare Flamme auftritt. Verbrennungsluft und Gas strömen dabei ungemischt und mit hoher Geschwindigkeit in die Brennkammer und lassen die Flamme nahezu verschwinden. Das Gas verbrennt gleichmäßig bei hoher Temperatur ohne Flammenfront im Brennraum. Um den Wirkungsgrad des Brenners zu erhöhen, wird die Abgaswärme mithilfe eines integrierten Wärmetauschers zurückgewonnen. Das spart Energie und ermöglicht eine starke Vorwärmung der Verbrennungsluft, die in der Anlage zirkuliert. Im Vergleich zu konventionellen Brennersystemen lassen sich mit dem FLOX-Verfahren die Stickoxidemissionen um 50 bis 90 Prozent reduzieren. Mit der FLOX-Technologie setzt die Projektförderung im ersten Forschungsvorhaben von 1988 bis 1993 einen Meilenstein für die Industrie.

  • 1989 errichtet die Hamburgische Elektrizitäts-Werke AG eine 16,8 kWp (Kilowatt peak)-Photovoltaik-Anlage an der Südfront ihres neuen Berufsausbildungszentrums. Die Projektpartner messen solaren Energieerträge und untersuchen den Netzparallelbetrieb hinsichtlich möglicher störender Rückwirkungen auf das örtliche Niederspannungsnetz. Die Stadt Meckenheim wiederum errichtet 1991 in ihrem Schulzentrum mit Unterstützung der RWE Energie AG eine 6 kWp-PV-Anlage, welche ebenfalls einem umfangreichen Mess- und Auswertungsprogramm unterzogen wird. Zum Zeitpunkt des Planungsbeginns der beiden Vorhaben ist der netzparallele Betrieb von PV-Anlagen noch keine Routineangelegenheit. Die Projekte tragen dazu bei, die Möglichkeiten der dezentralen Energieversorgung mit Solarstrom zu verdeutlichen und die Verfahrensschritte von der Planung über die Installation bis zum Betrieb zu vereinfachen. Damit sind die Anlagen richtungsweisend für die heutige breite Anwendung der Photovoltaik in Deutschland. Die untersuchten Fragestellungen, etwa zur Netzkopplung und zu leistungsfähigen Wechselrichtern, sind teilweise noch heute – auf radikal höherem Niveau – relevant.

  • Mit dem Breitentestprogramm 250 MW Wind fördert die Bundesregierung die Einführung der Windenergienutzung in Deutschland. Die am Programm teilnehmenden Betreiber von insgesamt 1.500 Windenergieanlagen (WEA) werden verpflichtet, über einen Zeitraum von zehn Jahren ab Inbetriebnahme an einem „Wissenschaftlichen Mess- und Evaluierungsprogramm“ (WMEP) teilzunehmen. So kann das Programm seine Wirkung voll entfalten und die Windenergietechnik weiterentwickelt werden. Dank des WMEP können herstellerübergreifend die Betriebserfahrungen einer statistisch relevanten Zahl von WEA im bestehenden deutschen Stromversorgungsnetz langfristig gesammelt und ausgewertet sowie zukünftige Nutzungspotenziale der Windenergie eingeschätzt werden. Damit wird der Grundstein gelegt für den Aufbau und die Nutzung einer unternehmensübergreifenden Erfahrungs- und Wissensdatenbank der Windbranche, welche in Nachfolgeprojekten weiter fortgeführt wird.

  • Eine vom Deutschen Bundestag eingesetzte Enquetekommission "Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre" empfiehlt die Abgabe klimarelevanter Gase in die Atmosphäre weltweit erheblich zu senken.

  • Die Bundesregierung startet die Förderung der Solarenergie in Deutschland mit dem 1.000-Dächer-Programm. Damit werden Eigenheimbesitzer unterstützt, die eine netzgekoppelte Photovoltaikanlage mit kleiner Leistung auf ihrem Dach errichten. 1999 wird mit dem 100.000-Dächer-Programm die Nachfolgemaßnahme ins Leben gerufen.

  • Das 3. Energieforschungsprogramm wird verabschiedet. Neben Versorgungsaspekten sind Umweltaspekte, Energieeinsparung und Flexibilität des Energiesystems die wesentlichen Schwerpunkte. Das Erschließen CO2-freier Energiequellen und Effizienztechnologien nehen einen breiten Schwerpunkt ein. Die erneuerbaren Energien, wie Windkraft oder Photovoltaik, aber auch die Geothermie (vor allem in den neuen Bundesländern) sind nun endgültig ein wesentlicher Bestandteil des Programms.

  • Im Jahr nach der Wiedervereinigung verabschiedet die Bundesregierung das Konzept für eine „Energiepolitik für das vereinte Deutschland“.

  • Im Jahr 1993 beginnt die Bundesregierung mit dem Marktanreizprogramm (MAP) die Förderung des Ausbaus erneuerbarer Energien im Wärmemarkt. Dabei unterstützt die sie Privatpersonen, Freiberufler, Kommunen oder Unternehmen. Mit der jüngsten Novelle 2015 rückt das Programm Unternehmen und Kommunen noch stärker in den Fokus.

  • In Berlin findet die 1. Vertragsstaatenkonferenz (Conference of the Parties, COP) gemäß Klimarahmenkonvention statt. Sie endet mit der Erklärung des deutschen CO2-Einsparziels von 25 Prozent bis 2005 gegenüber 1992.

  • Das 4. Energieforschungsprogramm schafft die notwendigen Voraussetzungen zur Entwicklung aller Technikoptionen, die nennenswert zur nachhaltigen Senkung energiebedingter Umwelt- und Klimabelastungen und damit letztendlich zur Schonung endlicher Energieressourcen beitragen. Es leistet einen Beitrag zur Modernisierung der Volkswirtschaft und zur Sicherung des Technologie-Standortes Deutschland sowie zur Verbesserung der Exportchancen für die Energietechnik

  • Die Vertragsstaatenkonferenz (Conference of the Parties, COP) beschließt das Kyotoprotokoll zur Verminderung der weltweiten CO2-Emissionen. Dabei handelt es sich um das erste völkerrechtlich verbindliche Ziel den Ausstoß von Treibhausgasen in den Industrieländern zu senken.

  • Mit dem FORUM für Energiemodelle und Energiewirtschaftliche Systemanalysen (FEES) entsteht eine offene Kommunikationseinrichtung für den intensiven Erfahrungsaustausch zwischen Entwicklern und Nutzern von Energiemodellen aus Forschung, Politik und Wirtschaft. Das Forum ermöglicht das Durchführen von Modellexperimenten mit unterschiedlichen Modellen und –ansätzen und setzt zugleich auf harmonisierte Rahmendaten, die durch mehrere gemeinsame Fallstudien gesammelt wurden. Die Wissenschaftler können damit das Verständnis für die Auswirkungen des Innovationsprozesses auf die energie- bzw. gesamtwirtschaftliche Entwicklung verbessern.

  • Im Jahr 2000 tritt das Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (kurz Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG) in Kraft. Es regelt das bevorzugte Einspeisen von Strom aus Erneuerbare-Energie-Anlagen in das Netz. Zugleich garantiert es den Anlagenbesitzern eine feste Einspeisevergütung pro Kilowattstunde. Das EEG hat große Strahlkraft über Deutschland hinaus. Mehrere Dutzend Staaten haben nach dem Prinzip des EEG eigene Fördermaßnahmen für erneuerbare Energien in ihren Ländern eingeführt.

  • Mehrere Brennstoffzellen-Ebenen zusammengeschaltet sind ein sogenannter Zellenstapel und sorgen für die anwendungsgerechte, höhere Spannung. Sie sind eine Art Minikraftwerk, in dem durch eine chemische Reaktion von Wasserstoff aus Tanks und Sauerstoff aus der Umgebungsluft mit über 300 eng geschichteten Zellmembranen Strom erzeugt wird – völlig abgasfrei. Im Forschungsvorhaben HyMotion5 entwickeln die Forscher einen Brennstoffzellen-Stapel, der technologisch an den internationalen Standard anknüpft, eine Basis für eine international wettbewerbsfähige Brennstoffzellen-Technologie in Deutschland schafft und Optionen aufzeigt, Brennstoffzellen für den Massenmarkt langfristig deutlich günstiger werden zu lassen.

  • Das 5. Energieforschungsprogramm macht Energieeffizienz zu einem wichtigen Thema. So werden beispielsweise die Programme zum energieeffizienten Bauen (EnOB) aufgelegt. Die erneuerbaren Energien sind der zweite große Schwerpunkt.

  • Forscher des Fraunhofer ISE entwickeln in zwei Projekten ein neues Laserverfahren zur Kontaktierung der Zellrückseite von Siebdrucksolarzellen. Mit dem sogenannten Laser-fired-Contact (LFC)-Prozess kann die Kontaktierung der Zellrückseite in nur einem Laser-Arbeitsschritt erfolgen. Er stellt effizient und schonend punktförmige Kontakte zwischen dem Silizium und der Metallisierungsschicht über der Passivierung her. Früher waren hierfür mehrere aufeinanderfolgende Bearbeitungsschritte mit photolithographischen und nasschemischen Prozessen und anschließender Temperung erforderlich. Mit der neuen Technik können bessere Zellen kostengünstiger hergestellt werden. Der LFC-Prozess wird zur Herstellung von sogenannten PERC-Solarzellen (Passivated Emitter and Rear Contact Cell) eingesetzt, die seit Kurzem in die Massenfertigung übertragen werden und Wirkungsgrade von über 20 Prozent erreichen.

  • Im ersten deutschen Offshore-Windpark alpha ventus wird über die angeschlossene Forschungsinitiative »RAVE – Research at alpha ventus«, in der sich über dreißig geförderte Verbund- oder Einzelvorhaben zusammengeschlossen haben, ein weltweit einzigartiges, interdisziplinäres Forschungsprogramm bearbeitet. In den Forschungsprojekten werden unter anderem folgende Themen untersucht:

    • Betrieb, Messtechnik und Koordination
    • Gründungs- und Tragstrukturen
    • Anlagentechnik und Monitoring
    • Netzintegration
    • Strömungen und Turbulenzen im Windpark
    • Ökologische Begleitforschung
    • Sicherheit und gesellschaftliche Akzeptanz

    Wichtiger Bestandteil der Forschungsinitiative ist neben dem zentralen Messservice die Koordinierung aller Forschungspartner. Über 1.200 Messungen sollen den Forschern ein genaues Bild der Anlagen liefern. Alle Messdaten werden in einem zentralen Archiv bereitgestellt. Damit ist ein bisher in Deutschland und auch weltweit einmaliges nationales Netzwerk der Windenergieforschung entstanden.

  • Die tiefe Erdwärme kann in bestimmten Regionen klima- und umweltfreundlich ganze Stadtteile mit Wärme oder Strom versorgen. Doch die Bohrung in den Untergrund ist teuer. Im Projekt GeotIS entwickelt das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) daher ein Informationssystem, das einen schnellen Zugang zu geologischen und geophysikalischen Daten wie Tiefenlage von Gesteinsschichten, Art und Durchlässigkeit von Gesteinen, Temperatur und Strukturen aus Deutschland ermöglicht. Die Datenbestände tragen dazu bei, das Fündigkeitsrisiko von Tiefbohrungen genauer einschätzen zu können und die Erfolgswahrscheinlichkeit von Geothermieprojekten zu erhöhen.

  • Im September 2010 beschließt die Bundesregierung das Energiekonzept für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung. Damit formuliert sie die Leitlinien für die künftige Energieversorgung und zeigt klar den Weg in das Zeitalter der erneuerbaren Energien auf. Dabei setzt das Konzept auf eine ideologiefreie, technologieoffene und marktorientierte Energiepolitik, die alle Nutzungspfade (Strom, Wärme und Verkehr) umfasst.

  • Am 11. März ereignet sich vor der Küste Japans ein Seebeben. In der Folge verwüstet ein Tsunami die Ostküste der japanischen Hauptinsel Honshū. Das betrifft unter anderem auch das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi und löst in vier der sechs Reaktorblöcke eine Unfallserie aus, in dreien führte es zur Kernschmelze. Dabei werden große Mengen radioaktiven Materials freigesetzt und kontaminieren die Umgebung. Im Anschluss an die Katastrophe beschließt die Bundesregierung den endgültigen Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie.

  • Das 6. Energieforschungsprogramm steht ganz im Zeichen der Energiewende und der Förderung von Speichern, Netzen, erneuerbaren Energien und Effizienzmaßnahmen, um den Umbau des Energiesystems zu einer nichtnuklearen, klimafreundlichen Versorgung voranzutreiben. Das 6. Förderprogramms ist bis heute in Kraft.

  • Im Forschungsvorhaben Alpha-Laion entwickeln Wissenschaftler Lithium-Ionen-Zellen mit besonders hoher Energiedichte auf Basis innovativer Materialen für Kathoden, Anoden, Separatoren und hochvoltstabile Elektrolyte. Die Kombination dieser neuen Bestandteile ermöglicht zukünftig ein ganz neues elektrochemisches System für den Einsatz in einer Lithium-Ionen-Zelle. Nur durch die richtige Materialkombination, das geeignete Zelldesign und eine an die neuen Werkstoffe angepasste Prozesstechnologie können die Speichereigenschaften der neuen Lithium-Ionen-Zelle optimal genutzt und eine hohe Langzeitbeständigkeit erreicht werden.

  • Im Forschungsprojekt AmpaCity transportiert das längste Supraleiterkabel der Welt in Essen mit 40 Megawatt fünf Mal so viel Strom wie herkömmliche Kabel. Während Leitermaterialien wie Kupfer oder Aluminium einen Teil des Stroms in Wärme umwandeln, arbeitet das Supraleiterkabel praktisch ohne Übertragungsverluste. Denn es nutzt die Eigenschaften spezieller keramischer Materialien, deren spezifischer elektrischer Widerstand unterhalb einer bestimmten Temperatur nahezu verschwindet. Diese innovative Technik gilt als zukunftweisende Lösung für eine platzsparende und besonders energieeffiziente Stromübertragung.

  • Ein innovatives Energiekonzept für den Technologiepark Adlershof sieht vor, den Primärenergieverbrauch eines der größten Hightech-, Wissenschafts-, Wirtschafts- und Medienstandorte Europas zwischen 2020 und 2030 um 30 Prozent zu reduzieren. Die Umsetzung der „Energiestrategie Berlin Adlershof 2020+“ erfolgt seit 2013 sukzessive in mehreren Cluster-Teilprojekten, die systemisch auf die identifizierten Effizienzsäulen wie Strom, Wärme, Prozesse fokussieren. Innerhalb des Clustermanagements erfolgt die Koordination, Planung und Vernetzung von Maßnahmen der Energieeffizienz. Besonders hervorzuheben ist hierbei die Etablierung eines Energiemanagers mit standortübergreifenden Aufgaben, die Entwicklung und Nutzung von Tools für das Qualitäts- und Risikomanagement. Der Cluster Adlershof zeichnet sich ferner durch die Kooperation mit Modellquartieren in Deutschland, Österreich und der Schweiz (D-A-CH Region) zum Thema Energiehybridsysteme aus.

  • Stationäre Energiespeicher sind eine wichtige Flexibilitätsoption im Energiesystem der Zukunft. Im Projekt Energiepark Mainz entwickelt ein Forschungsverbund einen leistungsstarken Wasserstoffspeicher. Mit bis zu 6 Megawatt Stromaufnahme, ist die Anlage die weltweit größte dieser Art. Mit Power-to-Gas als stofflicher Speichertechnologie wird dabei durch PEM-Elektrolyse CO2-neutraler Wasserstoff erzeugt. Dieser steht anschließend als Kraftstoff oder für die Gasversorgung zur Verfügung. Die drei Elektrolysesysteme werden mit überschüssigem Strom aus benachbarten Windkraftanlagen betrieben.

  • Nur wenige Biogasanlagen sind bislang flexibel genug, um auf den tatsächlichen Strombedarf im Netz und Marktimpulse reagieren zu können. Im Vorhaben BioPower2Gas entwickeln Forscher daher Biogas- und Biomethananlagen weiter, um Flexibilisierungspotentiale zu nutzen und das bedarfsorientierte Einspeisen erneuerbar erzeugten Stroms zu erreichen. Dabei entsteht eine neue Technologie. Diese wird von den Wissenschaftlern in Modellanlagen großtechnisch aufgebaut und getestet. Zudem entwickeln die Verbundpartner Geschäftsmodelle für den flexiblen Betrieb gemäß den Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

  • In Paris findet die nunmehr 21. UN-Klimakonferenz (COP 21) statt. Die Versammlung hat ein Klimaabkommen verabschiedet, das die Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius, möglichst 1,5 Grad Celsius, vorsieht. Damit wird ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll.

  • Der Deutsche Bundestag verabschiedet im Juni 2016 das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende. Damit stellt der Gesetzgeber die Weichen für die Integration von intelligenten Informations- und Kommunikationstechnologien in das Energiesystem der Zukunft und den Aufbau von Smart Grids.

  • Im November 2016 verabschiedet die Bundesregierung den Klimaschutzplan 2050. Dieser zeigt den Weg auf, wie Deutschland bis 2050 weitgehend treibhausgasneutral werden kann. Der Plan umfasst Klimaziele für einzelne Wirtschaftszweige und gibt eine konkrete Orientierung für strategische Weichenstellungen.

  • Im Dezember 2016 startet das BMWi als federführendes Ministerium für die Energiewende und verantwortliches Ressort für das Energieforschungsprogramm den Konsultationsprozess für ein Fortschreiben des erfolgreichen Innovationsprogramms.